Heute geht in Solothurn die Sonne um 7.56 Uhr auf und 16.40 Uhr wieder unter. Sehen werden wir sie kaum. Zu dicht sind die Wolken, die sich derzeit am Jura und über dem Mittelland sammeln, und auch der Nebel sorgt wie so oft dafür, dass sich die Stadt unter einer grauen Decke versteckt.

Was wir jetzt brauchen, ist Licht. Und so brennt nicht nur die Strassenbeleuchtung täglich einige Stunden länger als in den Sommermonaten, auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt sehen zu, dass alles etwas heller erscheint: (die meisten) Velofahrer knipsen ihre Velolichter an, Hunden schnallt man blinkende Halsbänder um und die Jogger reflektieren an ihren Jacken und Hosen.

Seit Donnerstagabend hat die Stadt auch ihre Weihnachtsbeleuchtung wieder zurück. Wie ein Sternenmeer überspannen die Lämpchen in den dunklen Stunden die Gassen. An den zwei Platanen auf dem Friedhofplatz glänzen Hunderte von Lichtern, ebenso an den Bäumen um den Amthausplatz.

Wer der Konsumlust der Vorweihnachtszeit und den beiden verkaufsoffenen Sonntagen im Dezember entsagen will, kann dies tun. Der festlichen Stimmung der Weihnachtsbeleuchtung, die zu einem Teil die Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn finanziert, wird er sich nicht entziehen können.

Am zweiten Dezember beginnt offiziell der Advent. Erst ein, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür: Indem wir jeden Sonntag eine weitere Kerze auf dem Adventskranz anzünden und so das Licht immer heller werden lassen, steigern wir unsere Vorfreude auf das grosse Fest.

Angezündete Kerzen haben in vielen Kulturen eine lange Tradition, denn sie spenden Licht und Wärme. Sie sorgen für Andacht. Auch für die Opfer des tragischen Brandes in der Nacht auf Montag leuchten Kerzen. Viele stehen vor dem Haus, in dem das Drama geschah, andere bekunden ihre Anteilnahme mit virtuellen Kerzen, die sie in den sozialen Medien teilen.

Licht gibt es viel in unserer Stadt. In der Verenaschlucht, auf dem Aaresteg des Landhauses (den Christbaum sieht man besonders gut von der Kreuzackerbrücke aus). An der Fassade des Alten Zeughauses, am Alters- und Pflegeheim St. Katharinen. Nicht vergessen sollten wir all die privaten Weihnachtsbeleuchtungen, in die viele Menschen jedes Jahr viel Arbeit stecken.

Auch wenn die weihnachtlichen Lichter in der Tradition des christlichen Glaubens brennen – um ihren heilsamen Trost empfangen zu können, muss man keiner Religion angehören. Sie leuchten für alle.