Solothurn
Der Sturm hinterlässt Spuren: Städtischer Werkhof hat alle Hände voll zu tun

Der Sturm Burglind ist zwar Geschichte, aber aufgearbeitet sind seine Folgen noch längst nicht. Allein der städtische Werkhof wird noch zwei Wochen mit der Schadenbehebung beschäftigt sein.

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Solche Bilder wie beim Konzertsaal häufen sich mit den Aufräumarbeiten.
9 Bilder
Die Aufräumarbeiten sind schier endlos.
Diese Wellblechbedachung trug der Sturm über die Werkhostrasse zum Konzertsaal hinüber.
Sturmschäden Stadt Solothurn
Trotz ihres mächtigen Wurzelwerks hatte die Zeder im Stadtpark keine Chance.
Die Spuren der Sturmgewalt nahe beim Königshof
Entwurzelter Baumstrunk beim Königshof
Das Dach dieses Hauses an Bergstrasse wurde durch den Sturm arg lädiert.
Auch an der Glacis-Strasse wurde dieses Haus durch einen umkrachenden Baum beschädigt.

Solche Bilder wie beim Konzertsaal häufen sich mit den Aufräumarbeiten.

Wolfgang Wagmann

Die Szene entbehrte nicht einer gewissen Komik: Mittwochs gegen 14 Uhr, als sich der Sturm Burglind allmählich verabschiedete, säuberten zwei orange Werkhofmänner mit einem leichten Stahlrutenbesen das Trottoir vor der Voliere von feinen Ästchen – indem diese einfach auf die Strasse gewischt wurden. Zum gleichen Zeitpunkt stand die Stützpunktfeuerwehr Solothurn im Dauereinsatz gegen viele gefällte Bäume auf dem ganzen Stadtgebiet. «Tatsächlich war die Feuerwehr im Anschlag», erklärt Werkhof-Chef Patrick Schärer.

«Doch stellten wir ebenfalls drei mehrköpfigen Equipen, die beim Räumen beispielsweise der Biel- und Werkhofstrasse mit der Motorsäge halfen. Unsere Leute von der Putzequipe dürfen dagegen gar nicht sägen», erklärt er den Sachverhalt. Auch am besonders heiklen Punkt an der Bürenstrasse seien seine Leute im Einsatz gestanden, «zusätzlich haben wir noch Forstpersonal von der Bürgergemeinde zugemietet», so Schärer.

Fragen warf auch die dortige Verkehrsregelung auf: Erst nach Stunden wurde vom Schöngrün-Kreisel her die Umleitung via Krummturm- und Dreibeinskreuzstrasse zur Westumfahrung ermöglicht. Auch dafür hat Schärer die Erklärung: Im fraglichen Gebiet sei vom geknickten Baum noch die Hälfte stehen geblieben und man habe aus Sicherheitsgründen zuerst den ganzen Baum entfernen wollen.

Private müssen selbst schauen

«Aktuell werden wir durch Anfragen von Privaten eingedeckt, die meinen, wir räumen ihre Schäden weg. Doch wir machen dies nur auf Stadtboden, die privaten Geschädigten müssen sich selbst um die Beseitigung von Bäumen, Ästen und sonstigen Schäden kümmern», spricht Schärer Klartext. Denn: «Wir haben noch ein, zwei Wochen mit den Folgen des Sturms zu tun.»

So mussten am Freitag im Stadtpark zwischen dem Konzertsaal und Soldatendenkmal zwei gefällte, mächtige Zedern und eine Linde entsorgt werden. Viel Material liege auch noch auf dem Friedhof-Areal von St. Katharinen herum. «Die Bäume wurden entwurzelt, weil die Böden so nass waren», weiss der Werkhof-Chef. Auffallend auch, dass durchwegs gesunde Bäume «Burglind» zum Opfer fielen – ein Zeichen, dass der Werkhof einen guten Job macht: Kranke Bäume werden laufend ausgemerzt und «Totholz-Äste rausgeschnitten», betont Schärer.

Dennoch, im viel begangenen Stadtpark hätte es am Mittwoch auch böse enden können. Mit viel Glück blieb es jedoch bei Dachschäden an zwei Häusern an der Glacis- und der Bergstrasse, einer über die Werkhofstrasse Richtung Konzertsaal gesegelten Wellblech-Bedachung und dem unter eine Tanne geratenen parkierten Kleinwagen beim Konzertsaal.

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