«Seit 1996 sind wir schon an der HESO», erinnert sich Herbert Schluep, der rührige OK-Präsident der Solothurner Biobauern, an schöne, aber intensive Zeiten vor dem Baseltor.

Zuerst noch auf dem Chantier ist das «Unternehmen HESO» zuletzt im Schanzengraben zu einer eigenständigen Messe-Show mit Tierpräsentationen und einem eigenen Beizli geworden. «Die HESO stellt uns das Areal sowie die Grobinfrastruktur wie Zelte und Zäune zur Verfügung. Auch die Holzschnitzel auf dem Boden gehören dazu», so der Landwirt und Gemeindepräsident von Lüsslingen-Nennigkofen. Die übrigen Kosten würden mit den Einnahmen des Beizlis sowie durch das Absatzförderungsprojekt für Bio-Produkte des Bundes gedeckt. «Denn», so Schluep, «wir möchten unseren Leuten hier auch einen Lohn zahlen können.» Rund 45 sinds insgesamt, davon «sind jeweils acht pro Schicht im Einsatz.»

Mit dem Produkt zu den Leuten

Damit die Bundesgelder fliessen, «müssen wir Degustationen mit unseren Produkten machen», zeigt Herbert Schluep die Vorgaben für die Biobauern auf. Diese erhielten auch nicht grössere Subventionen, sondern «einfach mehr fürs Produkt.» Wobei das Label «Bio» immer wieder kontrolliert wird, wie im HESO-Beizli die gut sichtbaren Kontrollformulare unter den Tischplatten verraten.

In der Nordwestschweiz gibt es insgesamt 320 Bio-Betriebe, schweizweit sind es rund 5800 oder gut 11 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe. Nochmals zurück zum Geld meint Schluep aber: «Wir sind nicht da, um Reingewinn zu machen. Wir haben jedoch einen Stock von 15 000 Franken geäufnet, als Defizitgarantie, falls einmal etwas passieren sollte.»

Milch- und Markttag

Passieren tut allerdings einiges im Schanzengraben, wenn auch im positiven Sinn. So lockte gestern Nachmittag Balthasar Balz Streiff mit seinem Spiel auf Kuhhörnern zum Milchtag, dessen Stars die zwei Milchkühe von Susanne Winkler waren. «Es gibt verschiedenste Milchsorten, aber auch Milch ab Euter zu probieren», machte Herbert Schluep schon vor dem Milchtag beste Werbung für den Anlass. An einer Holzkuh konnten die Kinder das Melken «erspüren», zu erfahren war aber auch, wie viel Futter eine Milchkuh für die Produktion ihres «weissen Goldes» braucht.

Morgen Freitag ist dagegen Markttag im Schanzengraben, bestritten durch vier Bio-Betriebe. «Wir kommen mit allem, was auf dem Feld so wächst, auch mit seltenen Salaten», verraten Sivia und Walter Jäissli, die in ihrem Betrieb in Niederbipp auch Mütterkühe und 2000 Hühner halten. Ein stressiges Programm in diesen turbulenten HESO-Zeiten, denn am Samstags gehts wie schon seit Jahren auf den grossen Märet in Solothurn. Möglich ist dies alles nur, weil auch der Nachwuchs tatkräftig mit anpackt. «Wir sind eben eine Generationen-Gemeinschaft», freuen sich die Bauersleute aus dem Bipperamt.