«Die Ausgangslage ist sehr gut und das Budget solide», beurteilt Finanzverwalter Reto Notter die aktuelle Finanzlage der Stadt. Auf 1,02 Mio. Franken wird der Ertragsüberschuss im nächsten Jahr veranschlagt, eine halbe Million besser als noch zuletzt im Finanzplan ausgewiesen. «Den Überschuss brauchen wir auch», gelte es doch hohe Investitionen von netto 11,3. Mio. Franken zu stemmen. Immerhin konnte durch die Verschiebung der Schwimmbad-Gesamtsanierung das Investitionspaket um mehr als eine Million reduziert werden, was den Selbstfinanzierungsgrad von 39 auf neu 48,3 Prozent ansteigen liess. «Wir haben jedoch nichts gestrichen, sondern nur Vorhaben verschoben, die noch nicht realisiert werden können.»

So soll die Schwimmbad-Gesamtsanierung statt schon im Dezember erst im Juni der Gemeindeversammlung vorgelegt werden. Definitiv wird der Brocken von 5,8 Mio. Franken an der Urne bewilligt werden müssen. Schon an der Budget-Gemeindeversammlung vom 18. Dezember sind aber die Sanierung des Sportbeckens (Gesamtkredit 2,25 Mio.) und der neue Allwetterrasen im Brühl (total 2,28 Mio. Franken) zu beschliessen. Damit ergibt sich fürs Budget 2019 ein Finanzfehlbetrag von fast 6 Mio. Franken, was sich in einer entsprechenden Neuverschuldung niederschlagen dürfte. «Das ist zwar nicht schön», so Notter, «aber wir haben ja noch ein Vermögen von 81 Mio. Franken.» Oder anders ausgedrückt: Mit diesem Finanzfehlbetrag würde das aktuelle Vermögen von 4825 Franken pro Kopf um 348 Franken abnehmen.

Steuersenkung vorerst abgeblitzt

Ob es soweit kommt, ist allerdings zu bezweifeln. Denn in den letzten Jahren gab fast immer hohe Millionenüberschüsse, und auch jetzt weist man statt der für 2018 budgetierten 600'000 Franken bereits 2 bis 2,5 Mio. «Vorsprung» aus. «Und der Trend geht eher in Richtung noch besser als schlechter», glaubt der Finanzverwalter. «Denn wir dürfen weiterhin mit einem erfreulichen Steuerertrag rechnen.» Gestützt auf aktuelle Daten hat die Finanzverwaltung bei den natürlichen Personen fürs nächste Jahr einen Steuerertrag von 56,5 Mio. und bei den juristischen Personen von 12,4 Mio. Franken budgetiert.

Angesichts dieser nicht gerade tristen Aussichten kamen bereits bei der Budgetbehandlung in der Gemeinderatskommission GRK Steuersenkungsgelüste auf. «Es wurden 2 Prozent weniger bei den natürlichen wie juristischen Personen beantragt, was jedoch abgelehnt worden ist.» Doch auch Reto Notter geht davon aus, dass der Dauerbrenner der Freisinnigen – allerdings meist ohne Stadtpräsident Kurt Fluri – in der Budgetdebatte des Gemeinderates vom 20. November wieder aufgewärmt wird. Und bei einem voraussichtlichem Scheitern erneut an der Dezember-Gemeindeversammlung – derzeit steht der städtische Steuerfuss bei 110 Prozentpunkten.

Mehr Lohn, weniger Gebühren

Wie immer warnt der Finanzverwalter angesichts eines um 1,3 Prozent ansteigenden Aufwands vor ständig wiederkehrenden Mehrausgaben. Trotzdem schuf die GRK in abschliessender Kompetenz neue Stellen: So die eines Stadtpolizisten, 40 Stellenprozente für das Kunstmuseum und weitere 120 fürs Stadtbauamt. «Diese waren am wenigsten umstritten», erklärt Notter. Nicht bewilligt wurde dagegen eine weitere Assistenzstelle für die Stadtpolizei.
Beantragt wird dem Gemeinderat für das städtische Personal ein Prozent mehr Lohn, wie dies auch der Kanton beschlossen hat. Die Differenz zur tiefer liegenden Teuerung gilt als Reallohnerhöhung.

Zudem soll der Rat einer Gebührensenkung von 30 Prozent bei der Spezialfinanzierung Abfallbeseitigung zustimmen. Diese ist mit 5 Mio. Franken überdotiert. Damit würde die Monatsgebühr für ein Einfamilienhaus von 15 auf noch 10.50 Franken, die für eine Wohnung von 11.70 auf 8.20 Franken sinken.