Noch sind zwei Einsprachen gegen das Baugesuch für den Um- und Ausbau des Kurhauses Weissenstein hängig. Doch gestern machten die Verantwortlichen der Hotel Weissenstein AG – das Davoser Hotelierehepaar Tom und Arabelle Umiker sowie der Bauunternehmer Urs Hoffmann (Baulink AG) – klar, dass es ihnen mit ihrem Vorhaben ernst ist: In Anwesenheit unter anderen von Baudirektor Roland Fürst und Oberdorfs Gemeindepräsident Patrick Schlatter schritten sie zum offiziellen Spatenstich.

Urs Hoffmann, Verwaltungsratspräsident der Hotel Weissenstein AG, sprach vorgängig von einem «Meilenstein, der in Angriff genommen wird». Er zeigte sich zuversichtlich, dass mit den Einsprechern bald eine Einigung gefunden werden kann. Die Einsprachen der Kantonalsektionen des VCS und Birdlife betreffen den geplanten Glaskubus-Anbau: Der VCS will mit Blick auf das Notfall- und Verkehrskonzept wissen, wie viele Personen im Neubau effektiv Platz finden sollen und die Vogelschützer befürchten, dass die grossen Glasfronten zur Falle für Zugvögel werden.

Zwei Mal 10 Millionen Franken

Trotz der hängigen Einsprachen hat der Kanton die Baubewilligung für den Rückbau des Osttraktes sowie den Aushub für den Glaskubus erteilt – auf Risiko der Bauherrschaft. Der Kanton sei interessiert daran, dass nun rasch klare Verhältnisse geschaffen werden, erklärte Baudirektor Roland Fürst dieser Zeitung gegenüber: «Der Ball liegt derzeit bei der Bauherrschaft: Sobald diese uns die noch ausstehenden Planunterlagen eingereicht hat, werden wir über das Baugesuch und die Einsprachen gemeinsam entscheiden».

Das Ehepaar Umiker und der Bauunternehmer Urs Hoffmann haben das Kurhaus im Frühjahr 2015 von der Regiobank Solothurn übernommen. Sie wollen in den nächsten Monaten nicht weniger als 20 Mio. Franken investieren – je die Hälfte in die Totalsanierung des bestehenden Kurhauses und in den Neubau des multifunktionalen Glaspavillons auf der Ostseite. Für die Finanzierung des Vorhabens konnte die Kurhaus Weissenstein AG die Berner Kantonalbank gewinnen, wie Umiker bestätigt.

Die Generalbauunternehmung Baulink AG, die für das ganze Projekt verantwortlich ist, hat in den letzten Wochen mit Räumungs- und Abbrucharbeiten begonnen. Laut Fahrplan der Bauherrschaft sollen der Osttrakt-Abriss und der Felsaushub für den Glaskubus noch vor dem Wintereinbruch erfolgen. Für Frühjahr 2018 ist die Fertigstellung der Bodenplatte sowie der Rohbau des Neubaus geplant, worauf im folgenden Spätsommer der Innenausbau samt Haustechnik ausgeführt werden soll. «Bei einem positiven Bauverlauf kann mit der Eröffnung der neuen Halle im Dezember 2018 gerechnet werden», zeigt sich Mitbesitzer Tom Umiker optimistisch. Solange wird die bisherige Kurhauspächterin, die Kappeler Gastro AG («Hüttenzauber») für die Gastronomie verantwortlich zeichnen. Sobald der Glaskubus in Betrieb geht, wird das Kurhaus per Anfang 2019 für die umfassende Renovation geschlossen. Im Neubau soll zumindest «eine eingeschränkte Gastronomie» sichergestellt werden, während die Altbauten saniert wird.

Ziel: «Bis Dezember 2019 fertig»

«Abgesehen von allen erhaltenswerten Elementen wird das Kurhaus praktisch ausgehöhlt», macht Tom Umiker das Ausmass des Umbaus deutlich. Das heisst: Neue Böden, neue Küche, neue Raumeinteilungen, neue Heizung. Die Bauherrschaft will im gleichen Zug die Fassaden, den nordseitigen Eingangsbereich sowie die Umgebung mit der Panoramaterrasse überarbeiten.

«Wenn alles gut geht im Dezember 2019 – plus/minus», soll der Um- und Neubau laut Urs Hoffmann abgeschlossen sein. Insgesamt 54 Zimmer der 4-Sterne-Kategorie wird das Berghotel nach der Renovation anbieten können (heute 20). Die Gastronomie, aufgeteilt in einen bedienten und einen unbedienten Bereich, soll «gutbürgerlich» ausgerichtet sein. Im bedienten Sektor durchaus «etwas gehoben», wie Hotelier Umiker beschreibt. Aber, so betont er explizit: «Es soll ein Kurhaus für alle bleiben – in beiden Bereichen». Rund 50 Arbeitsplätze werden laut dem künftigen Weissenstein-Hotelier nach Abschluss der Arbeiten auf dem Berg angeboten werden können.