Solothurn

«Der Spitex ist ein KMU und kein Jöjö-Verein»

Blabla Text (Symbolbild)

Blabla Text (Symbolbild)

Anlässlich ihrer Versammlung liessen sich die Mitglieder der SP Solothurn über die Spitex informieren. Auch Herbert Bracher, Kandidat für das Amtsgerichtspräsidium, ergriff das Wort.

«Man stellt sich ein Rudel netter Frauen vor, die gratis alte Menschen zu Hause pflegen» – ein Zerrbild über die Spitex, dem Barbara Probst Bernath öfters begegnet. Die Genossen hörten der Präsidentin des Spitex-Vereins Solothurn umso gespannter zu.

«Der Spitex ist ein KMU und kein Jöjö-Verein», doppelte die Gastrednerin nach und referierte vor einem Dutzend Zuhörer zur Entstehung sowie zu den Aufgaben und Hürden, mit denen der lokale Spitex-Betrieb der Gemeinden Solothurn, Hubersdorf, Flumenthal und Riedholz konfrontiert ist.

Die Organisation, die mit der Stadt einen Leistungsvertrag unterhält, leistet täglich 200 Einsätze. In den vier Gemeinden deckt sie 20 000 Einwohner ab, wobei eine weitere Ausdehnung angepeilt wird: «Um einen 24-Stunden-Betrieb zu ermöglichen, ist ein Einzugsgebiet von rund 40 000 Einwohnern nötig.»

Doch bei Verhandlungen mit umliegenden Gemeinden zeige sich eher Widerstand als der Wille zum Schulterschluss. Vielfach seien örtliche Spitex-Körperschaften historisch gewachsen und pochen stolz auf Eigenständigkeit.

Gelassen und selbstständig

55 Frauen und 3 Männer stehen für die Organisation in Solothurn im Einsatz und leisten Dienste im Bereich der Medikation, der Wundpflege, aber auch der hauswirtschaftlichen Dienste für Betagte.

Ebenso gehören Mahlzeitendienst, Fahrer, Waschdienst oder das Notfallpikett dazu. Es sei ein «schöner und anspruchsvoller Job», den die Mitarbeitenden aber «mit Gelassenheit, Gewissenhaftigkeit und in grosser Selbstständigkeit» verrichten.

Dann liess Probst ins defizitäre Budget blicken: Man könne Administration, Ausbildungen und die Logistik nicht weiterverrechnen, ebenso wenig die höheren Kosten, die entstehen, wenn eine Pflegefachfrau vor Ort auch noch Kaffee zubereiten muss.

Insgesamt können bis 4000 Franken pro Monat und Person anfallen. Die eingeführte Patientenbeteiligung habe Ängste ausgelöst, wonach sich die Betreuten die Spitex nicht mehr leisten können oder wollen.

«Diese Angst blieb unbegründet», niemand habe deshalb gekündigt. Zu reden gab die Konkurrenz durch private Anbieter – auch wenn man durch diese keine Einbussen zu verzeichnen habe.

Während die offizielle Spitex Spital-Löhne zahlt, seien bei den Privaten oft tiefe Löhne festzustellen. «Wenn der Kanton alles bewilligt, verkommt die Branche zum Basar.» Probst sprach auch von Organisationen, die durch eine Logoplatzierung auf ihrem Werbematerial eine Zusammenarbeit mit der Spitex vorgaukeln würden.

«Gehilfenschaft zu Verbrechen»

Neben dem thematischen Impuls wurden die Genossen über vergangene und künftige politische Wegpunkte informiert. Matthias Anderegg resümierte die Aktivitäten aus vergangenen Gemeinderatssitzungen, während Anna Rüefli einen Rück- und Ausblick zu den Kantonsratstätigkeiten vermittelte.

Besonders diskutiert wurde das Wirtschafts- und Arbeitsgesetz, das eine Lockerung der Ladenöffnungszeiten beinhaltet, sowie der vom Kantonsrat versenkte Vorstoss, Steuerkommissäre gegen Betrug einzuführen. Klaus Koschmann witterte aus dem bürgerlichen Lager «politische Gehilfenschaft zum Verbrechen.»

Zuguterletzt ergriff auch Herbert Bracher, Kandidat fürs Amtsgerichtspräsidium Solothurn-Lebern, das Wort. Er schilderte seinen steinigen Weg zum Juristen und rückte seine Devise «Das Unmögliche denken, das Mögliche machen und so das Unmögliche realisieren» seine Aussichten für die anstehende Wahl in den Fokus: Auch wenn er sich arithmetisch nur geringe Siegeschancen ausrechne, wolle er die Gelegenheit weiter nutzen, «direkt zu den Leuten zu gehen».

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