Volksmusik
Der Solothurner Peter Sollberger örgelet und juchzet auch im Web

Statt seinen Lebensabend auf dem Golfplatz zu verbringen, widmet sich Peter Sollberger seiner Leidenschaft: der Schweizer Volksmusik. Der Solothurner betreibt im Internet eine beliebte Webseite für Volksmusik-Freunde.

Carla Stampfli
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Peter Sollberger.

Peter Sollberger.

Hansjörg Sahli

Und das schon seit über 12 Jahren. Er ist Redaktor der Webseite volksmusiknet.ch und Moderator der Sendung «Stubete» auf Radio32 Goldies. Nach dem Lehrabschluss als Buchdrucker in Recherswil arbeitete Peter Sollberger 30 Jahre lang als Journalist. Bei der «Solothurner Zeitung», der «Berner Zeitung», beim Fernsehen und beim «Blick». Als Gratiszeitungen aufkamen, kehrte der 50-Jährige dem Journalismus den Rücken. Durch die Bekanntschaft mit dem Musiker Carlo Brunner wurde Sollberger auf die Volksmusik aufmerksam und brachte als neuer Programmleiter bei Radio Extra Bern die Schweizer Volksmusik ein. «Damals schrieb ich alle Listen mit den volkstümlichen Stücken mit der Schreibmaschine. Um mir die Arbeit zu erleichtern, führte mich mein Freund Marco Feldges in die Computerwelt ein. Er archivierte alles in den Computer und stellte die Webseite volksmusiknet.ch auf. Innert Kürze konnte ich Wunschkonzerte auf das Web laden», sagt Sollberger. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Webseite zur wichtigen Plattform der Schweizer Volksmusikszene. Nebst Musik hören können auch Informationen und Ereignisse abgerufen und CDs gekauft werden. «Alles rund um die Schweizer Volksmusik. Aber ausschliesslich Sachen, die volkstümlich und nicht volksdümmlich sind, also Lederhosenmusik oder Ähnliches», betont Sollberger.

Finanziert wird die Plattform grösstenteils durch den Verkauf der CDs. «Den Rest übernehme ich selber», sagt Sollberger. In seiner Wohnung am Klotener Balsberg hat er sich ein kleines Studio eingerichtet. Von dort produziert er die Sendung «Stubete», stellt Musik ins Internet und aktualisiert die Plattform in Zusammenarbeit mit der Lommiswiler Zeitschrift «Stubete». «Pro Jahr erscheinen 250 bis 300 neue CDs. Ich höre in jede hinein und entscheide, welche für die Sendung infrage kommt oder ins Internet gestellt wird», sagt Sollberger. Dass der Volksmusikmoderator privat lieber Queen, Deep Purple oder Rolling Stones anhört, ist für ihn kein Widerspruch.

Die Idee, sich selber hinter ein Musikin-
strument zu setzen, verwarf Sollberger schnell einmal. «Ich nahm Musikunterricht bei einem der besten «Schwyzerörgeler» in Schwarzenburg. Nach wenigen Lektionen sagte er mir, dass es schon genug Leute hat, die das Schwyzerörgeli quälen. Seitdem konzentriere ich mich auf die Produktion und Moderation», lacht Sollberger.

Bis zu 15000 Besucher klicken täglich auf Sollbergers Homepage. Mit seinen Fans bleibt der Volksmusikmoderator via E-Mail in Kontakt und einmal pro Monat ist er für sie telefonisch erreichbar. «Einige fragen nach einem bestimmten Titel oder bringen ihre Musikwünsche ein, andere wollen einfach nur «Grüezi» sagen. Das freut mich immer», erklärt Sollberger. Etwa zwei bis vier Stunden widmet er täglich der Volksmusik. «Das Gute an meinem Job ist, dass ich nicht an einen Ort gebunden bin und die Sendungen von überallher produzieren kann. Dies gibt mir die Möglichkeit, in der restlichen Zeit in der Welt herumzureisen», sagt Sollberger. Seit über 20 Jahren besucht er Asien, hauptsächlich Thailand. «Aber ich gehe nur aufs Land, denn ich mag einfache Leute. Dort habe ich einige Projekte am Laufen und bringe den Bekannten bei jedem Besuch nützliche Geschenke mit.» Obwohl er mit 23 Jahren das Wasseramt verliess, um als Journalist die weite Welt zu erkunden, zieht es ihn dank der Volksmusik immer wieder ins Solothurnische. Denn Peter Sollberger ist «im Herzen ein Solothurner geblieben».