Zuschauerin Daniela Salzmann aus Derendingen ist die Enttäuschung anzusehen: «Der Regen wäre mir ja noch egal. Nur ist es megaschade, dass die Wagen nicht fahren.» Gerade auch, dass die Wagenbauer ihre Kunstwerke nach vollendeter «Büez» nur einmal präsentieren konnten, bedauert sie. «Aber ich verstehe, dass es zu gefährlich ist.»

Michael Stoll, Chafler der Mutiturmbiisser, meint stellvertretend für die Wagenbauer. «Er war eine Herausforderung, am Morgen in kürzester Zeit Ersatzgefährte zu bauen, um Konfettikanonen, Musik und Deko dabei zu haben.» Es habe sich aber ein lustiger und kreativer Wagenbau daraus entwickelt, der die Gruppe noch stärker zusammengeschweisst habe. 

Auch wenn am Deinstag nur kleine Gefährte unterwegs waren, viele Wagenbauer machten aus der Not eine Tugend und fanden – neben spontan montierten Regenponchos und Kapuzen – kurzfristig neue kreative Lösungen.

Fasnachtsumzug ohne Wagen

Die Narrenzunft Honolulu schnallte kurzerhand den Ärzte-«Gring» ihres Obach-Sujets vor die «Lulo3»-Lokomotive die sonst vor allem den Kinderumzug anführt.

Die «Sans Gêne»-Zunft aus Zuchwil bastelte kurzerhand neue Wikinger-Embleme: «Am Wätter zum Trotz, wieduwotsch».

Die Provinznarren packten ihre Soundanlage kurzum auf einen Anhänger und fuhren mit einem schwarzen Pick-up der Umzugsroute entlang. Ebenso der Hauptgassleist, der die Soundanlage und die Konfettikanone auf einen Kleinlaster packte und noch den «Wystübli»-Teil des Umzugswagens hinten nachzog.

Klar, sind wir enttäuscht, der Entscheid war aber nur vernünftig», meint denn auch dessen Ober Res Walker. Und eine junge Frau der Nachwuchsgruppe «Sö Baröckis» sprang für einen spontanen Umzugseinsatz ein, obwohl sie sich für den Dienstag abgemeldet hatte.

Trotz der Aufhebung der Maskenpflicht kamen die meisten Umzugsteilnehmer mit ihren Larven. Lediglich die Mitglieder der Fasnachtszunft Vorstadt trugen Zipfelmützen. Und auch die Aare-Jätter und die Mamfi Gugge liessen ihre Masken zuhause.  (ldu/ak/jos)

Der Fasnachtsumzug vom Sonntag mit den Wagen: