HESO 2013
Der Schwarzbube auf dem «Heissen Stuhl» gibt sich aufgeknöpft

Auf dem «Heissen Stuhl» am HESO-Behördentag nahm heuer als Gast Remo Ankli Platz. Der Regierungsrat aus dem Schwarzbubenland war ohne Krawatte unterwegs. «An der HESO darf man sich das erlauben», sagte dieser.

Andreas Kaufmann
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«Der heisse Stuhl»
21 Bilder
Casanova erzählt aus seinem Leben
Casanova erzählt aus seinem Leben
Remo Ankli im Publikum
Hansjörg Boll vom HESO-OK
Urs Unterlerchner (links) und Roger Saudan (mitte) vom HESO-OK übergeben die Preise für die schönsten HESO-Stände Die Standgemeinschaft Blumenkreation Marlise Studer und Tropenlicht Solothurn holte den 3. Platz
Sandra Hungerbühler von der Regio Energie Solothurn darf den 2. Platz entgegen nehmen.
Der 1. Platz geht an Elisabeth und Theo Zbären
Viele liessen sich am Behördentag blicken
Regierungsrat Remo Ankli
Die Regierungsräte Roland Fürst und Roland Heim
Christof Schauwecker Co-Präsident Grüne) und SVP-Kantonsrat Roberto Conti
Staatsschreiber Andreas Eng und Tourismusdirektor Jürgen Hofer
Sergio Wyniger (links), Martin Tschumi (Verein Pro Vorstadt), Yves Derendinger (rechts)
Peter Fedeli von der Stadtpolizei Solothurn (links)
Esther Christen (GR Solothurn) und Marcel Eheim (GA Weissenstein AG)
FDP-Gemeinderäte Beat Käch und Marco Lupi
CVP-Ständerat Pirmin Bischof (rechts) im Gespräch mit Roger Saudan
Käch und Bischof

«Der heisse Stuhl»

Andreas Kaufmann

«Der heisse Stuhl» wird am HESO-Behördentag im Nightstyle-Zelt so heiss nicht gewesen sein. Erstens bestanden die Sitzgelegenheiten - in der rustikalen Handschrift der Sonderausstellung «Solma» - aus Strohballen. Zweitens hatte der Gast vorgesorgt, auf dass es ihm nicht zu heiss würde.

Einen Regierungsrat Remo Ankli sieht man selten ohne Krawatte, «an der HESO darf man sich das erlauben», witzelte er, als er von Moderator Werner de Schepper (Chefredaktor Tele Bärn) darauf angesprochen wurde. Schon damit sich die Strohballen nicht entzünden, blieben die Fragen eher neckisch statt brenzlig, eher locker statt explosiv.

Politbühne statt Priesteramt

Eine Theaterdarstellerin machte als Casanova, der Priester werden wollte und stattdessen der holden Weiblichkeit verfiel, die Einleitung zu diesem alljährlichen Anlass für Behördenmitglieder. Entsprechend stellte der studierten Theologe de Schepper dem studierten Theologen Ankli die Gretchenfrage: «Wolltest Du nicht auch Priester werden? Kam Dir eine Frau dazwischen?» - «Nein, die Politik kam dazwischen», entgegnete Ankli und liess anschliessend seinen Tapetenwechsel vom Beinwiler Gemeindepräsidentenbüro ins Solothurner Rathaus Revue passieren.

«Ich bin gut umsorgt dank meiner Sekretärin und auch die Telefonate werden von ihr abgenommen.» Auf der anderen Seite müsse er mit wenig Schlaf auskommen: «In den Wochen nach dem Einstieg mussten weniger als fünf Stunden ausreichen.» Auch der dreiviertelstündige Arbeitsweg falle ins Gewicht, obschon er Klaus Fischers Übernachtungszimmer übernommen hat: «So kann ich quasi ‹i de Finke› arbeiten gehen.»

Mit Witz zur Wehr gesetzt

Dann musste sich der frischgebackene Bildungsdirektor auch zur Wehr setzen, beispielsweise als es um sein Ressort ging: «Am Schluss ist die Bildung das, was bei der Verteilung der Departemente übrig bleibt», stichelte de Schepper. Und: «Wie verhindert man, dass die alten Hasen im Regierungsrat die Neulinge über den Tisch ziehen?» Ankli setzte sich jedoch mit Witz zur Wehr: «Der Tisch des Regierungsrats ist sehr breit, da wird man nur schwerlich drübergezogen.»

Auch liess er kein Zweifel über den Wert der Bildung: «Einen wichtigeren Beruf als Lehrer gibt es nicht.» Wo aber will er Akzente setzen? «Zwei Schlaglichter erscheinen mir wichtig: dass wir gut zur Berufsbildung im Bildungssystem schauen; und dass wir bei den Sparmassnahmen nicht Strukturen zerstören, die wir brauchen», so der FDP-Regierungsrat.