Serie zum Gartenjahr
Der Rosegghof ist eine Bio-Oase mitten in der Stadt

Teil 3 der Serie zum Gartenjahr: Auf dem Rosegghof Solothurn werden Kraut und Rüben biologisch-organisch angebaut.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Der ehemalige, traditionelle Bauerngarten des Rosegghofs ist heute Blumen-, Kräuter- und Beeren- garten. Zwischen den Kulturen hat Ursula Riggenbach Rasen gesät. So kann das Unkraut in Schach gehalten werden.

Der ehemalige, traditionelle Bauerngarten des Rosegghofs ist heute Blumen-, Kräuter- und Beeren- garten. Zwischen den Kulturen hat Ursula Riggenbach Rasen gesät. So kann das Unkraut in Schach gehalten werden.

Thomas Ulrich

Vor exakt 20 Jahren kamen Ursula und Martin Riggenbach aus dem Thurgau nach Solothurn, um auf dem Rosegghof zu leben und zu arbeiten. «Wir hatten damals schon länger im Sinn, nach biologisch-organischen Grundsätzen zu arbeiten. Da kam es uns gelegen, dass auf diesem Hof seit 1984 danach gelebt wurde, erzählt Bäuerin Ursula Riggenbach.

Seither hat sich vieles auf dem Hof verändert, auch in der biologischen Landwirtschaft. «Wir haben unser Angebot laufend ausgebaut, denn ein Bio-Bauernhof muss verschiedene Standbeine haben.» Eines dieser Standbeine ist auch der Kräuter-, Beeren- und Blumengarten, den Ursula Riggenbach im Bereich des alten Bauerngartens vor dem Haus angelegt hat. «Diese Gartenanlage mit ihren vier quadratischen Feldern ist schon alt. Wir mussten das Erdreich austauschen, weil die Erträge erschöpft waren.»

In ihrem Bauerngarten ist nichts herausgepützelt. Abgesamte Pflanzen können sich hier frei ihre Plätzchen suchen, die Kräuter und Beeren vermehren sich selbstständig und gedeihen prächtig. Zwischen den einzelnen Pflanzungen hat Ursula Riggenbach Rasen gesät, damit diese gut gemäht werden können. «So entfällt doch schon ein schöner Teil des Unkraut-Jätens», freut sie sich. Das meiste, was aus dieser Anbaufläche kommt, wird im Bio-Hofladen verkauft und natürlich auch zur Selbstversorgung gebraucht.

Insekten spielen im Biolandbau eine grosse Rolle.

Insekten spielen im Biolandbau eine grosse Rolle.

Thomas Ulrich

Viele Sorten auf kleinem Raum

Ursula Riggenbach hat sich vor einigen Jahren noch ein eigentliches Gemüsefeld unterhalb des alten Gartens angelegt. Hier baut sie Gemüse für ihre Familie an – natürlich ebenso nach biologisch-organischen Grundsätzen. Auf den drei Beetreihen sind sage und schreibe 16 verschiedene Gemüsesorten zu finden.

Der Selbstversorgergarten

Selbstversorger- oder Nutzgärten waren früher wichtige Nahrungslieferanten. Die Obst-, Gemüse- und Kräutergärten waren wichtig zum Überleben, und so wurde jeder geeignete Platz für die Anlage eines Gartens genutzt. Mit zunehmendem Wohlstand verlor ein solcher Garten immer mehr an Bedeutung. In den letzten Jahren stieg aber die Wertschätzung von qualitativ hochwertigem Obst und Gemüse wieder an, und so gewinnt auch der Nutzgarten wieder an Beliebtheit. (frb)

Von Tomaten bis Kürbissen, von Rotkohl bis Rüebli. «Ich pflanze in einer Kombination von Misch- und Folgekultur. Im Rhythmus von vier Jahren wird die Fruchtfolge gewechselt.» Aufzuschreiben braucht sich die Bäuerin nichts. «Das weiss ich auch so.» Allerdings, so meint sie, sei dieses Jahr kein gutes Gartenjahr. «Viele Setzlinge sind nicht gut gewachsen, beispielsweise die heiklen Kohlrabi. So ist es halt mit dem Garten.» Am liebsten habe sie die Buschbohnen. Diese seien dieses Jahr sehr gut geworden. «Bohnen kann man auch gut verwerten; dörren oder einfrieren.

Mischkulturen Zucchetti und Salate.

Mischkulturen Zucchetti und Salate.

Thomas Ulrich

Sehr gerne dörrt oder trocknet die Bäuerin die vielen Kräuter aus ihrem Garten für feine Tees oder Gewürze. «Vieles muss man auch einfach ausprobieren. So habe ich beispielsweise einmal versucht, Feigen zu dörren. Das hat nicht funktioniert. Also essen wir sie gleich oder verarbeiten sie zu Konfitüre.» Für Tomaten oder Zucchetti wendet sie das Heiss-Einfüllen an, Kürbisse werden süss-sauer ein-gelegt.

Selbstversorgung ist ja schon etwas Schönes und auch Gesundes, sagt auch die Bäuerin. Doch sie betont: «Man muss realistisch bleiben und sich heute immer fragen: Lohnt sich das?»

Weitere Infos: www.rosegghof.ch

Serie zum Gartenjahr 2016

Wir besuchen in einer losen Serie verschiedene Typen von Gärten, die uns begeistern. Bisher erschienen: Am 1. Mai «Der Rosengarten von Ruth Galli»; am 7. August «Der Park des Elisabethenheimes auf dem Bleichenberg».

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