Er wirkt gelöst, ja fast euphorisch. «Das Niveau der Messe kann fast gar nicht mehr besser werden.» Der «tolle Einsatz des OKs» habe sich voll ausbezahlt. Urs Unterlerchner hat es nach der Aussteller-Umfrage schriftlich: Mit den erzielten Resultaten an der HESO waren 82 Prozent der Standinhaber gut bis sehr gut zufrieden, letztes Jahr «nur» 75 Prozent. Nur drei Prozent waren unzufrieden, und 85 Prozent haben gegenüber dem Vorjahr gleich gut oder besser gearbeitet. Gar den «DDR-Abstimmungswert» von 99 Prozent erreichten der OK-Präsident und sein Team bei der Frage nach dem Gesamteindruck, der fast rundum mit «gut bis sehr gut» beurteilt wurde.

Fels in der Brandung

Damit sind vorerst Zweifel und Unsicherheiten beseitigt, die auch Urs Unterlerchner und das gesamte HESO-OK verfolgt hatten. «Anfang Jahr hatten wir Angst. Andere grosse Messen wie die Muba oder BEA verzeichneten Aussteller-Rückgänge bis zu 30 Prozent.» Das hätte zu Anstrengungen gezwungen, die sich nun ausbezahlt haben. «Der Branchenmix und das Rahmenprogramm stimmen», ist Unterlerchner überzeugt. Einwände, dass vermehrt Non-Profit-Organisationen wie soziale Institutionen oder neuerdings auch Polit-Parteien zulasten des Gewerbes viel Standfläche beanspruchten, lässt der OK-Präsident so nicht gelten: «Eine reine Gewerbemesse funktioniert nicht mehr.» Die breite Streuung sei wichtig für den Publikumsmix, spricht er die Sonderschau und die Gastregionen an. «Und die Stände der Parteien werden wir weiterhin anbieten», auch wenn benachbarte Aussteller wegen des dortigen Andrangs nicht nur Freude gehabt hätten.

Am Bettag am Anschlag

Klare Publikumsspitze war der Bettagssonntag, bestätigt Urs Unterlerchner, «da waren wir in den Zelten am Anschlag.» Auch gesamthaft, schätzt das OK, habe es mehr Leute auf dem Messegelände gehabt als im Vorjahr. Was nicht nur eitel Freude auslöst: «Wir wissen bald nicht mehr wohin mit den Velos», schildert der OK-Präsident ein Problem, das sich in den letzten Jahren akzentuiert habe – auch weil der Messe-Besuch per Pedales propagiert worden sei. Nun habe aber die an sich Verlegung der HESO-Bähnlistation vors Baseltor zu einem kleineren Veloabstellplatz nördlich von St. Ursen geführt. «Da müssen wir uns etwas einfallen lassen», ist Unterlerchner überzeugt.

Den Test bestanden habe jedoch der neue HESO-Zusatzpark auf der Sphinxmatte, «die neuen Bodenbeläge haben sich im Gegensatz zu den letztjährigen bewährt.» Und auf ein riesiges Echo seien die täglich 100 Gratistickets für den regionalen öV gestossen: «Sie waren innert zwei Stunden weg», so der OK-Präsident.

Ruhiges Nachtleben

An der nächtlichen «HESO-Front» im Schanzengraben sei es weitgehend ruhig zu- und hergegangen, vermeldet Urs Unterlerchner keine gröberen Zwischenfälle oder Nachtruhestörungen. Nur am ersten Samstagabend sei es zu einem längeren Rückstau vor «Housis Festhalle» gekommen – diese war mit rund 1000 Personen bereits proppenvoll. «Das Geschäft für diese Betriebe ist aber schwieriger geworden, da nun HESO-Restaurants oben bis nach Mitternacht offenhalten dürfen», ist sich Unterlerchner bewusst. Deshalb habe man versucht, möglichst viele Anlässe an die Betreiber im Schanzengraben zu vergeben. Kein Thema sind dort unten trotz des Mini-Protests am Rande die Söilirennen. «Sie werden weiter durchgeführt, denn anfängliche Ängste von Ausstellern, das ziehe die Leute nach draussen, haben sich in der Erkenntnis aufgelöst, dass dank der Söili viele Leute erst die HESO besuchen.»