«Wieso soll eine Unterkunft, die für die gesamte Schweizer Bevölkerung im Falle einer Katastrophe gut genug ist, für Asylbewerber unbewohnbar sein?», wird Luca Strebel, Co-Präsident der Solothurner Jungen CVP, in einem Communiqué zitiert. Es verstehe sich von selbst, dass eine Asylunterkunft kein Hotel darstelle.

Die gleiche Meinung teilen auch die Solothurner Grünliberalen. In einer Mitteilung führt die Partei aus, dass die Unterkunft in Kestenholz über eine Ausstattung verfüge, «welche nicht zur Grundeinrichtung gehört». Dazu würden neben Duschanlagen und Küche auch Grossbild-Fernseher und Internetanschluss zählen. Der Protest sei daher als «Affront gegenüber der einheimischen Bevölkerung» zu betrachten, der «den nicht zu unterschätzende Einfluss der Flüchtlingshelfer» aufzeige.

Die Junge CVP stosse sich ausserdem daran, dass sich die Asylbewerber bei ihrem Protest mehrfach auf die Menschenrechte bezogen haben. Man sei der Meinung, dass der Begriff «massiv missbraucht» wurde, um «plakativ Stimmung zu machen».

«Falsche Schlacht im falschen Krieg»

Das Verhalten der linken Solothurner Jungparteien empfindet die Junge CVP als «falsche Schlacht im falschen Krieg». Dort habe man den Protest für politische Zwecke ausgenutzt. Ausserdem dürfe man Personen, die «das Sozialsystem missbrauchen, nicht noch weiter belohnen».

Die GLP kritisiert zudem das Verhalten der Behörden: «Eine Gruppe von Einheimischen wäre am ersten Tag aufgelöst und mit einer Busse belegt worden. Die Asylsuchenden hat man vier Tage gewähren lassen.»

Probleme durch lange Verfahren

Das Hauptproblem sieht die Junge CVP bei der langen Verfahrensdauer: «Erst dadurch entstehen die meisten weiteren Probleme, wie zum Beispiel hohe Kosten, Drogenhandel, Unterkunftssuche oder schlechte Integration», schreibt die Partei. (ckk)