Weissenstein
Der neue Boss auf dem Hausberg ist inthronisiert

Der Kurhaus-Deal ging völlig glatt über die Bühne – die Käuferin, die Regiobank Solothurn, ist erleichtert. Und schaut in die Zukunft. Bereits haben sich auch erste Pachtinteressenten gemeldet.

Wolfgang Wagmann
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Kurhaus Weissenstein im Winter

Kurhaus Weissenstein im Winter

Oliver Menge

«Wir sind sehr froh, dass die zuständigen Leute unseren Argumenten zugestimmt haben und es kein grosses Gschtürm gegeben hat», erklärt Markus Boss, CEO der Regiobank, nachdem zuerst die Bürgerversammlung Solothurn am Montag, und dann die ausserordentliche Generalversammlung der Kurhaus Weissenstein AG am Donnerstag dem Kurhaus-Verkauf zugestimmt hatten (wir berichteten). Die Bürgergemeinde erhielt für den maroden Ostflügel des Kurhauses und das übrige Kurhaus-Areal 333333 Franken, die AG so viel, dass die Verbindlichkeiten gedeckt sind und auch für die Aktionäre noch etwas rausspringt – zusammen gut 2Mio. Franken. «Ein grosszügiges Angebot», findet Boss, das seine Bank da gemacht habe. Wichtig für die Bank wie für Josef Ingold, den VR-Präsidenten der Kurhaus Weissenstein AG, war auch eine Optimierung der Rechtslage: Das ganze Kurhaus befindet sich nach dem Verkauf nun in einer Hand. Ob die AG Konkurs gegangen wäre, wenn die Regiobank, respektive deren Tochtergesellschaft Soleika AG, nicht eingesprungen wäre, beurteilt Markus Boss als durchaus mögliches Szenario: «Wenn alle auf ihren Forderungen beharrt hätten, wäre es eng geworden.» Doch sei Josef Ingold tatsächlich nicht als Bittsteller an die Regiobank gelangt.

Pächter haben sich gemeldet

«Wir haben viel positives Echo auf den Kurhaus-Kauf gehabt», bestätigt Markus Boss. Es hätten sich Leute gemeldet, die im Kurhaus arbeiten möchten, vor allem aber auch zwei mögliche Pächter, und zwar unabhängig von den zwei letzten Bewerbungen, welche die Kurhaus Weissenstein AG noch pendent hat. «Es wird aber noch zwei, drei Wochen dauern, bis alles geregelt ist», so Boss. Ziel sei es, im Frühling das Kurhaus wieder zu öffnen. Inzwischen würden dringliche Unterhaltsarbeiten in Angriff genommen; der Spielplatz mit seinen völlig defekten Spielgeräten muss saniert sein, oder auch der Feinbelag der Terrasse ist ein Thema.

An einen langfristigen Vertrag – zuletzt zehn Jahre – mit einem Pächter denkt die Regiobank insofern nicht, als mittelfristig ein Investor auf den Plan treten sollte, der insbesondere den Ostflügel umbaut und sein Konzept umsetzt. Ob das mit einem Entscheid pro neue Bahn der Fall sein könnte, lässt der CEO der Regiobank offen: «Wir haben jedenfalls keinen Investor auf dem Radar.»

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