2015 bleibt wegen dreier Wetterphänomene auch in der Region Solothurn in Erinnerung: Das Jahr war viel zu warm, viel zu trocken und in Kombination beider Faktoren gabs einen Supersommer. Mit 11,2 Grad war es in Solothurn so rekordwarm wie im Vorjahr und im Jahr 2000 – also rund 0,8 Grad wärmer als im Langzeitmittel.

Der Regenmangel machte sich akzentuiert im zweiten Halbjahr bemerkbar, als fünf Monate weit unter dem langjährigen Durchschnitt blieben. So registrierte man im Wallierhof Riedholz über das ganze Jahr hindurch die Schnapszahl von 1111 Liter Regen pro Quadratmeter, davon 713 bis Ende Juni.

In Solothurn waren es total sogar nur gut 950 Liter, also weitab vom Sechsjahres-Durchschnitt im Wallierhof von 1237 Litern. Beunruhigend stimmt dabei die Tatsache, dass der Langzeitdurchschnitt über fast 30 Jahre, nämlich von 1977 bis 2005, noch bei 1420 Litern, also fast 200 mehr als in den letzten sechs Jahren gelegen hatte. Wird es bei uns also nicht nur stetig wärmer, sondern damit einhergehend auch immer trockener?

Winter liess sich lumpen

Eis und Schnee waren in den drei Wintermonaten 2015 rare Gesellen. Im Dezember gabs bekanntlich eine Nullnummer, und im zu warmen Januar zählte man zwar 15 Schnee-, aber nur zwei Eistage. Der Februar erwies sich wie zuletzt oft als das «Wintermezzo»: An 18 von 28 Tagen lag in Solothurn Schnee – so auch über die ganze Fasnacht – und viermal blieb das Quecksilber ganztags unter null Grad.

Damit war der Winter gelaufen, denn nach dem 1. März schneite es nicht mehr bis Solothurn hinab. Die zwei ersten Frühlingsmonate zeigten sich relativ kühl, besonders der April aber auch mit 15 Sonnentagen und wenig Regen von einer ausgesprochen freundlichen Seite. 

Als der Verenabach kam

Am Tag der Arbeit, am 1. Mai, packte der Regen tüchtig zu: Vor allem abends goss es wie aus Kübeln und in der Nacht trat der Verenabach hinten in der Einsiedelei über das Ufer und durchspülte das gleichnamige Restaurant – ein absolutes Jahrhundertereignis! Das Ausmass des Rekordregens wird einem klar, wenn man die gut 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter innert 24 Stunden unter die Lupe nimmt: Ein Zehntel der gesamten Jahresregenmenge kam innerhalb eines Tages herunter. Damit brachte es der Mai mit dem ebenfalls recht nassen Juni zumindest in Solothurn auf einen Drittel des ganzen Regentotals 2015.

Sommer der Superlative

Im Juli und August blieb Regen ein Thema – aber jetzt, weil er fehlte. Tropennächte und ein Hoch nach dem anderen sorgten dafür, dass sich Sommerstimmung pur vor allem in und an der Aare breitmachte. Ernsthaft erwogen wurde sogar für den 1. August ein totales Feuerwerkverbot nach der wochenlangen Trockenheit.

Etwas Regen in der letzten Juliwoche entschärfte jedoch die Situation. Doch mit 23,7 Grad im Monatsmittel hatte der Juli durchaus die Spitzenwerte des «Jahrtausendsommers» 2003 erreicht. Der zwar ganz ansehnliche August verfehlte diese mit noch 20,3 Grad aber klar. Zwölf Jahre zuvor war zudem der Juni ebenfalls ein absoluter Hitzemonat gewesen.

Ein nebliger Herbst

Alle drei Herbstmonate fielen durchwegs zu mild aus, auch wenn im Aaretal der älteste Solothurner, der Nebel, die Temperaturen etwas in Schach hielt. Durchzogen zeigte sich der September mit seinem speziellen Spektakel, dem «Blutmond» vom 27. September.

Der Oktober gab sich wegen der Nebelbänke bis über den Mittag hinaus an vielen Tagen recht sonnenarm, fast besser schnitt in dieser Hinsicht der November ab. In der letzten Novemberwoche schaute auch rasch der Winter vorbei und brachte einen Hauch Weiss bis ins Stadtbild hinunter. Der November war auch der einzige Monat im zweiten Halbjahr, der dank dem Starkregentag vom 20. Normalwerte erreichte.