Bis zuletzt hatten sich 262 Unterstützer für Stephan Martis Anliegen starkgemacht: Der Geschäftsführer der Cafébar Barock hatte zusammen mit anderen Wirten per Plattform petitio.ch gefordert, den Landhausquai am Samstag ganztägig vom Verkehr zu befreien.

Aktuell gilt ein Fahrverbot ab 11.30 Uhr, was gleichzeitig der Startpunkt für Ausschankbetriebe ist, die Aussenbestuhlung herzurichten. Viel zu spät – argumentierten Marti und Co. mit ihrer Eingabe, zudem die Gäste ohnehin bereits stehend draussen verweilen.
Gleichgewicht der Interessen

Am 12. Januar endete die Petitionsfrist, nun liegt die Antwort von Stadtpräsident Kurt Fluri vor: Das Fahrverbot könne aus logistischen Gründen nicht auf den ganzen Tag ausgedehnt werden. Einerseits müssen laut Beantwortung diverse Betriebe auch am Samstag beliefert werden können, andererseits sei der Landhausquai für den Gemüsemarkt am Samstag die einzige mögliche Lieferroute für grosse Transportfahrzeuge.

Entsprechend lehnt das Stadtpräsidium die eingegangene Petition ab, nicht aber, ohne Verständnis für das Anliegen entgegenzubringen: «Wir sind uns bewusst, dass der Landhausquai für viele Menschen primär ein Ort ist, wo man sich gerne und vor allem draussen aufhält und etwas Feines konsumiert.»

Auch habe man für die Begehrlichkeiten der Gastwirtschaftsbetriebe Verständnis. Auf der anderen Seite gebe es für die Zulieferung und für die Zufahrt von Mietern, als auch für die Marktfahrer keine Alternativrouten. «Eine Stadt lebt davon, dass die verschiedenen Interessen unter einen Hut gebracht werden: die Interessen der Arbeit, der Freizeit, der Unterhaltung, des Wohnens.» Deshalb sei ein Gleichgewicht zwischen Freiheit und Einschränkung all dieser Nutzungsarten nötig.

Stephan Marti seinerseits findet die Argumentation Kurt Fluris «nicht ganz schlüssig.» So verkehre selten bis nie ein Transporter über diese Route zum Markt. «Vielleicht einmal im Jahr fährt ein Bauer mit Einachser hier durch, abgesehen davon, dass kein Fahrzeug passieren muss, das nicht auch durchs Biel- oder Baseltor hindurchpassen würde.»

Ebenso wenig sei die seltene Zulieferung am Samstag ein Problem. «Zudem bleiben auch mit der Aussenbestuhlung noch vier Meter für Ausnahmetransporte bestehen.» Welche weitere Schritte die Petitionäre nun unternehmen wollen, stehe indes noch aus, so Marti weiter.