Serie zum Gartenjahr
Der Künstler Roman Candio als Feigenbauer

Zum Abschluss unserer Serie zum Gartenjahr 2016, sind wir im Feigenwald des Solothurner Malers Roman Candio zu Besuch.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Feigenbäume im Garten von Roman Candio
15 Bilder
Roman Candio zeigt seinen Garten
Candio verbringt viel Zeit im Garten
Frische Feigen am Baum
Eine Jungpflanze
Ein Korb frischer Feigen Mit den leckeren Früchten beliefert er halb Solothurn
Roman Candio zeigt die frische Feige von innen
Welch Farben!
Blick nach draussen von Candios Wohnung
Die Feigenbäume wachsen bis ans Fenster

Feigenbäume im Garten von Roman Candio

Michel Lüthi

Feigenbäume trifft man in unseren Breitengraden nicht so oft an. Doch wenn man dem Kunstmaler Roman Candio in seinem Atelier in Solothurn einen Besuch abstattet, tritt man durch eine ganze Feigenallee. «Ich habe in den 80iger-Jahren von einem Bekannten einen Feigensteckling erhalten», berichtet er.

«Ich war bei ihm zum Essen eingeladen und da tischte er frische Feigen auf. Damals gab es frische Feigen nur selten. Als ich ihn fragte, woher er dieses Obst habe, erklärte er mir, dass er selbst einen Strauch habe, den er aus einem Steckling aus der Gegend des Gardasees gezogen habe. Ich staunte, und als ich damals mein jetziges Atelier in Solothurn bezog, brachte er mir einen Steckling mit.»

Ein Feigengärtner

Seither widmet sich Roman Candio nebst seiner Malerei dem Feigenanbau. Mittlerweile hat er vier grosse Feigenbäume – es sind eher grosse Sträuche –, die den Eingang zu seinem Atelier säumen. Candio ist begeistert von der Pflanze, die so überaus grosszügig Früchte produziert. Auch er hat inzwischen begonnen, selbst Stecklinge aus seinen Pflanzen ziehen. So stehen überall grössere und kleinere Töpfe mit Feigenstecklingen in seinem Garten. Candio ist in all den Jahren zum eigentlichen Feigengärtner geworden.

«Es gibt Menschen, die wissen gar nicht, was ich in meinem eigentlichen Beruf mache. Aber dass ich Feigen im Garten habe, das wissen sie», lacht der 81-Jährige. Denn er versorgt inzwischen eine ganze Reihe von Bekannten mit seinen Früchten. «Ich habe eine ganze Liste, die ich abtelefoniere, wenn die Feigen reif sind.» Und das ist in diesen Spätsommertagen der Fall. «Erst kürzlich habe ich einen Nachmittag lang wieder geerntet und dann einen Bekannten angerufen, der die Feigen für sein Restaurant gerne nutzt.» Der liess sich nicht lange bitten.

Zwei Ernten pro Jahr

Candios Feigenbäume tragen zweimal pro Jahr Früchte. «Das erste Mal Mitte Juli eine etwas kleinere Menge und dann nochmals ab Ende September. Jedes Jahr sind es um die 100 Kilogramm Früchte, die ich ernten kann.» Viel Pflege beanspruchen die älteren Bäume nicht mehr. Ihre Wurzeln gründen tief in der Erde. Bei den Stecklingen achtet Candio darauf, dass sie immer genügend Wasser bekommen.

«Am liebsten wachsen sie dem Haus entlang, an geschützter Lage. Lange kalte Regenperioden haben sie auch nicht so gerne.» Er sei jetzt voll in der Erntezeit. «Alle drei, vier Tage kann ich wieder eine schöne Menge ernten. Man schaut, ob sie schön weich sind, und dann kann man sie sorgfältig pflücken.»

Roman Candio macht sich momentan eher Sorgen darum, dass seine Feigenbäume zu gross werden, denn er muss sie immer wieder schneiden. Sonst findet man den Zugang zu seinem Atelier vor lauter Feigenblättern gar nicht mehr.