Solothurn
Der Kunst Lebensstoff eingehaucht

Die Doppelausstellung mit Fotografien von Urs Zimmermann und Holzskulpturen von Armin Göringer zeigt in der Galerie Artesol das Schaffen zweier Künstler in harmonischer Gegenüberstellung.

Hans R. Fröhlich (Text und Foto)
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Armin Göringers (l.) und Urs Zimmermanns Werke sind im «Artesol» zu sehen.

Armin Göringers (l.) und Urs Zimmermanns Werke sind im «Artesol» zu sehen.

Hans R. Fröhlich

«Wasser und Stein» ist das Thema der Arbeiten von Urs Zimmermann. Mit seinen Fotografien stoppt er in einem Sekundenbruchteil das fliessende Wasser über dem steinigen Grund eines Gewässers im Wallis. Er führt die Kamera senkrecht nah ans Wasser und setzt das Formen- und Farbenspiel im sorgfältig ausgewählten Ausschnitt in ein Bild um, das der Betrachter für ein aufwendig durchkomponiertes Gemälde hält.

Dies nicht von ungefähr, denn der Akzent seiner Tätigkeit liegt ebenso prägnant auf der Malerei, worin eigentlich das malerische Sehen beim Fotografieren gründet. Die Exponate können daher als malerische Transpositionen gesehen und bezeichnet werden.

Urs Zimmermann sucht das Aussergewöhnliche, die Raffinesse im Einfangen und Darstellen seiner Sujets. Entscheidend ist die Wahl des geeigneten Fokus, um die dezenten Farben und Formen der Steine, die Wasseroberfläche, die sich kräuselt, spritzt und schäumt oder reflektiert zum Ausdruck zu bringen. Zudem werden die gewählten Ausschnitte ohne Nachbehandlung zum Exponat weiterverarbeitet. Ursprünglich aus Grenchen, fotografiert und malt Urs Zimmermann seit seinem 16. Lebensjahr.

Seine erste Ausstellung war 1974 bei Herzog in Büren an der Aare zu sehen. Seither realisierte er viele Ausstellungen und war Bühnenmeister am Parktheater in Grenchen. Von 1985 bis 2005 lebte er in Andalusien. Der Künstler lebt und arbeitet heute in Schwanden bei Brienz.

Pappel, Platane und Eiche

Die Holzstelen von Armin Göringer aus Zell am Hammersbach im Schwarzwald sind bereits seit der vorangegangenen Ausstellung ausgestellt und vorgestellt worden. Der Künstler hat ursprünglich figürlich und figurativ in Bronze gearbeitet. Aus Kostengründen und aus Spass an der neuen Herausforderung bei der Holzbearbeitung kam er auf die neue Technik. Die Skulpturen bleiben nun insgesamt Abstraktionen der menschlichen Gestalt. Das Holz, zum Teil eingeschwärzt, bleibt naturbelassen. Wesentlich sind dem Künstler die Spuren der Kettensäge.

Beim Sägen der Stämme hat Göringer die inneren Zug- und Druckkräfte der Bäume entdeckt, die in seinen Skulpturen dergestalt zum Ausdruck kommen, als scheinbar angelehnte Teile mit grossem Druck zusammen «geklemmt» werden. Ob Pappel, Platane oder Eiche, Armin Göringer holt sich die Holzstücke ins Atelier und bearbeitet sie ausschliesslich mit der Kettensäge nach seinen inneren Bildern, Skizzen und Ideen. Ob Wasser in den Fotografieren oder Holz bei den Skulpturen binden beide Künstler einen Lebensstoff in ihre Arbeiten ein, wie Peter Sigrist in seiner Einführung hervorhob.

Öffnungszeiten: Mi/Fr, 14.30 bis 17 Uhr, Do, 15 bis 19 Uhr und Sa, 11 bis 16 Uhr. Samstagapéro: Heute, 18. April, 11 Uhr.
Finissage : Sa, 2. Mai.