Die Brass Band bot einen ebenso abwechslungsreichen wie stimmigen Abend, sie ist und bleibt eine auf hohem Niveau musizierende Formation. Das spiegelte sich im Programm mit musikalischen und historischen Anspielungen, wurde doch zum Beispiel im Konzertsaal «Zit isch do» als Pausenzeichen «erfunden». Wenn jemand unter den vielen Zuhörern noch nicht gewusst haben sollte, wie sich eine Brass Band zusammensetzt, nach «Joy, Peace and Happiness» von Philips Richard wusste er es.

In diesem Stück setzen, begleitet vom Schlagzeug, die Register nach und nach ein: Den Bassisten folgen die Posaunen, dann die Hörner, gefolgt von Trompeten und Kornetts, bis der traditionelle Bandrahmen aufgefüllt ist. In Haydns Abschiedssinfonie dagegen verschwinden die Musiker einer nach dem anderen vom Podium.

Dass die Brass Band ein ausgewogenes Ensemblespiel mit all seinen Tücken pflegt und willig ihrem Dirigenten Jonathan Salvi folgt, bewies sie mit diesem Jahreskonzert erneut. Was die Musizierenden aber auch als Solisten zu leisten vermögen, zeigten Pink Panther von Hans Zimmer im Arrangement von Alan Fernie und Edrich Sieberts Lazy Trumpeter.

Im Ersteren liess Sebastian Studer mit seinem Posaunen-Solo den Panther vor dem geistigen Auge in seinen Gangarten vorbeiziehen. Im anderen liess Yannick Strahm am Kornett die Zuschauer mitwippen, und Hello Dolly liess ebenso alte Jazz-Zeiten aufleben. Fetziges-Latinisches sodann in der «Brass Machine» von Mark Taylor – mit Bravour umgesetzt auch dies. Immer wieder gab es spontanen Applaus.

Einige Zugaben

Beim Titel «The Lion King» wurde noch nicht der Sound-Track der Neuverfilmung gespielt. Die Brass Band brachte den der «Erstausgabe», ebenfalls von Hans Zimmer geschrieben. Von Ralph Siegel, einem anderen alten Bekannten, stammt «Moskau», so spritzig-witzig wie Dschinghis-Khan interpretierte die Brass Band den Hit.

Friendly Takeover von Oliver Waespi verlangt hohe Kompetenz der Musizierenden, aufeinander eingehen zu können und die vielen zum Teil versteckten Schwierigkeiten akkurat zu meistern. Und es gilt, bei aller Konzentration zwar exakt, aber trotzdem locker zu bleiben, die Akzeleration nicht ins Kraut schiessen zu lassen.

Vivo per lei, geschrieben von der Gruppe Manzani-Mengalli-Zelli, ist wohl am bekanntesten in der Interpretation von Andrea Bocelli; ein eingängiges Lied, das vom Publikum gleich wie Schöre Müllers Louenesee im Arrangement von Tom McAllen entsprechend geschätzt wurde. Langer Applaus dankte der gross aufspielenden Brass Band und verlangte nach Zugaben, die bereitwillig gewährt wurden.