In vielen Landesgegenden erhielt der Juni 2016 das wenig schmeichelhafte Tribut «nassester Juni seit der Jahrtausendwende». Was in unserer Region nur bedingt stimmt: Die 164,5 Liter oder Millimeter Regen pro Quadratmeter sind das eineinhalbfache der üblichen Monatsmenge. Aber im Juni 2007 hatten wir noch einige Liter mehr – allerdings in der Messstelle des Wallierhofs Riedholz. Und diese holt denn auch den Rekord doch noch: 207,1 Liter prasselten dort in den letzten 30 Tagen auf jeden Quadratmeter nieder. Natürlich gabs auch zu wenig Sonne und die Monatsdurchschnittstemperatur ist mit 17,9 Grad gerade so im Hick. Das sind jedoch über fünf Grad weniger als im «Jahrtausendsommer» 2003.

Die «Schafskühle»

Der Juni hält ja traditionell nicht gerade die grosse Sommersause bereit. Stets droht in der ersten Monatshälfte die bekannte Schafskälte, mit nochmals Schnee bis hinab zu den Alpweiden der Schafe. Soweit kam es nicht, es herrschte eher drei Wochen lang eine gefühlte «Schafskühle». So bewegten sich die Nächte fast durchweg zwar im zweistelligen Temperaturbereich, aber die ständige Nässe brachte in dieser Phase auch nur Tagesmaxima um die 20 Grad und meist blieb abends nur die rasche Flucht nach drinnen, auch wenn es ausnahmsweise einmal nicht goss.

So startete der Monat ausgesprochen düster und feucht, erst am 6. Juni zeigte sich nach hartnäckigem Morgennebel dann ganztägig die Sonne. Schon 48 Stunden später war es vorbei mit der Herrlichkeit, und es folgten gleich mehrere Tage mit wiederholtem Starkregen. Trocken blieb es nur am 7. Juni und am leicht an Sommer gemahnenden Freitag, 10. Juni, ansonsten war bis am 19. Juni jeden Tag Regen drin – massiv am 8., 13. und 16. Juni – Solothurn registrierte allein an diesen drei Tagen 73 Liter Regen!

Versöhnliches Schlussdrittel

Exakt nach dem kalendarischen Sommerbeginn am 21. Juni zeigte der Sommer drei Tage lang, das es ihn noch gibt: Rasch knackte das Thermometer jeweils im Tagesverlauf die 30-Grad-Marke, doch schon nach Mitternacht am 25. Juni – Solothurn taumelte gerade durch die erste Märetfescht-Nacht – setzte eine kräftige Gewitterfront dem Treiben ein Ende. Ziemlich runtergekühlt kam zwar wieder für drei Tage die Sonne raus, aber zum Finale gabs am 29. und 30. Juni doch nochmals zwei ziemlich feuchte Tage. Für alle «Meteo-aber-aber-Gläubigen» hier ein Trösterchen: Am Siebenschläfertag, dem 27. Juni, wars schön und trocken – ansonsten hätten wir laut dem Volksglauben weitere sieben Wochen Regen gehabt!

Nur ein Sömmerchen in Sicht

Tatsächlich zeigen die Langzeitmodelle einen Keil des Azorenhochs, der sich immer wieder bis zur Schweiz und manchmal noch etwas darüber hinaus vorschiebt. Aber breit und schwer legt es sich doch nicht über Mitteleuropa. Somit bekommen wir, was wir zuletzt hatten: Nicht unfreundliches, ja öfters sogar sonniges Wetter, ab und an mit einem Platzregen oder einem Gewitter durchwachsen. Die Tagesmaxima liegen aber meist nur zwischen 20 und 25 Grad, für eine grössere Hitzewelle in den nächsten zwei Wochen gibt es momentan keine Indizien. Es muss also der August kochen, was der Juli wahrscheinlich nur temperiert.