Solothurner Wetter
Der Juni war der nasseste Monat des Jahres

Der Juni brachte in der Region eine leichte Entspannung in Sachen Trockenheit. Denn der erste Sommermonat zeigte sich doch von einer wechselhaften, nicht allzu warmen Seite.

Wolfgang Wagmann
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Regenschirme waren im Juni öfter ein Thema als zuletzt.

Regenschirme waren im Juni öfter ein Thema als zuletzt.

Hanspeter Bärtschi

Mit einer Durchschnittstemperatur von 18,6 Grad ragt der Juni 2011 kaum über das Mittelmass hinaus. Zum Vergleich: Im «Jahrtausendsommer» 2003 waren es 23,7 Grad, 2001 dagegen bloss 16,6 Grad. Spannender ist die Regenbilanz. Denn lokal ergaben sich riesige Unterschiede auf wenigen Kilometern, sodass keineswegs überall von einer Ende der langen Trockenheitsperiode gesprochen werden kann. Während gewisse Unwettergebiete in der Innerschweiz am letzten Mittwoch mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter in zwei, drei Stunden über sich ergehen lassen mussten, fielen in Solothurn nur 95 Liter – während des ganzen Juni!

Regenbringende Gewitter

Das ist immer noch ein Viertel unter der Monatsnorm, womit auf Stadtboden der sechste Monat nacheinander zu trocken geblieben ist. Anders im wenige Kilometer nordwestlich gelegenen Wallierhof Riedholz: Die dortige Messstelle registrierte im Juni satte 136,4 Liter Regen, was guter Durchschnitt bedeutet. Die Differenz geht vor allem auf den
4. Juni, als beispielsweise in Solothurn lumpige 6 Liter zusammenkamen, in Riedholz dagegen dank dem bekannten «Balmberggewitter» sage und schreibe 30,7 Liter. Doch insgesamt erhielt Solothurn im ersten halben Jahr keine 300 Liter, was nur etwa 40 Prozent der Normmenge entspricht.

Kaum einmal Badewetter

Im Gegensatz zum Mai liess sich der Juni ausgesprochen trübe, recht feucht mit Bise auch nicht gerade warm an. In den ersten elf Tagen war schon so viel Regen gefallen wie im ganzen April (30 Liter), und auch die Pfingsttage zeigten sich keineswegs von der hochsommerlichen Seite. Kaum zu sehen war am Abend des 15. Juni auch die totale Mondfinsternis, und am 17./18. gab es wieder einmal seit Monaten zwei richtige Regentage. Damit war auch die um diese Zeit regelmässig auftretende «Schafskälte» mit Schnee bis 2000 Metern lanciert, denn am 18. Juni schaffte es das Thermometer kaum über die 14-Grad-Grenze.

Nach zwei gewittrigen Tagen zeigte sich Fronleichnam von der freundlichen Seite, und just auf das Märet-Fescht vom letzten Juni-Wochenende baute sich ein Hoch auf, das endlich auch einmal zwei, drei Tage Badewetter brachte. So wurde ausgerechnet am «Siebenschläfer», dem wichtigsten Lostag des Sommers, am 27. Juni, die 30 Grad geknackt und das notabene bei stahlblauem Himmel! Doch bereits am 29. Juni war die Herrlichkeit wieder vorbei, auch wenn sich dieser Gewittertag im Gegensatz zur Innerschweiz auf ein kurzes Donnerwetter entlang der ersten Jurakette am Vormittag beschränkte.

Es könnte erneut trocken werden

Auf 60 bis 70 Prozent Treffgenauigkeit kommt der erwähnte «Siebenschläfer», wenn es um das Wetter in den nächsten sieben Wochen, also den Hochsommer bis Mitte August, geht. Und derzeit sieht es ganz so aus, als habe der superschöne «Siebenschläfer» als Orakel wieder die Qualitäten des seligen Kraken Paul erreicht: Die Modell zeigen für die nächsten Tage ja Wochen durchwegs Hochdruckeinfluss an, was uns recht warme Tage, aber vorerst keine eigentliche Hitzewelle bringen dürfte.

Doch auch die Niederschlagsneigung bleibt vorderhand sehr gering, und in den teilweise kringeldürren Wäldern ist damit die Waldbrandgefahr keineswegs vom Tisch. Das Feuerwerken in einem Monat könnte deshalb noch ein Diskussionspunkt werden.