Für alle Hesonauten war der vergangene Sonntag ein Jubeltag. Das zuweilen als «Lex HESO» betitelte Ruhetagsgesetz erhielt von der Mehrheit der Stimmbeteiligten den Segen. Damit soll die Herbstmesse inskünftig auch dann nicht stillstehen, wenn der Bettag, der bisher ein hoher Feiertag war, in ihr Zeitfenster fällt. Dies ist wie alle paar Jahre auch 2014 der Fall. Gilt nun das neue Ruhetagsregime schon dieses Jahr? Oder muss sich die HESO noch für den «geschenkten» Sonntag gedulden? Zwar kündigte Regierungsrätin Esther Gassler noch am Sonntag an, dass das Gesetz voraussichtlich per 1. Januar 2015 in Kraft trete.

Für die Allianz «Ja zum Ruhetagsgesetz», die sich aus Exponenten aus der Politik, der Wirtschaft und der Kultur zusammensetzt, ist das Datum aber keineswegs in Stein gemeisselt. HESO-Präsident Urs Unterlerchner (FDP), der ebenfalls der Allianz angehört, versteht sich als Scharnier zwischen Veranstaltern und der Politik und zeigt sich zuversichtlich, dass bereits die diesjährige HESO vom Abstimmungserfolg profitieren kann: «Aus unserer Sicht gibt es keinen Grund, weswegen das Ruhetagsgesetz nicht bereits heuer in Kraft treten könnte.»

Seine juristische «Checklist» unterstreicht das: Es gebe weder ein in Arbeit befindliches Bundesgesetz, noch ein Kantonsgesetz oder andere Gründe, die gegen eine sofortige Einführung sprächen. Ebenso wenig sei es nötig, zum Gesetz weitere Ausführungsbestimmungen festzulegen. Und auch im Gesetzesentwurf zur Abstimmung sei kein Einführungsdatum festgelegt.

Klarer Gewinn für Aussteller

Klar ist, dass beim gewonnenen Sonntag vor allem auch wirtschaftliches Kalkül eine Rolle spielt. «Wir als Messeleitung ziehen keinen zusätzlichen Gewinn daraus», betont Unterlerchner. Schliesslich bleiben sich die Standgebühren gleich – ob die HESO nun während neun oder während zehn Tagen offen ist. «Wir setzen uns eigentlich für unsere Aussteller ein. Denn der Samstag und Sonntag sind für sie die jeweils umsatzstärksten Tage. Wenn am Bettag geöffnet ist, können wir ihnen einen Tag mehr bieten.»

Und auch die Verlierer der Abstimmung will man nicht hängen lassen: «Wir wollen die Tradition des Bettags erhalten», ergänzt Unterlerchner. So gibt man sich offen, um am besagten Tag einen Anlass mit den Landeskirchen oder der CVP zu organisieren, «einen, der den Besuchern die Werte und Traditionen des Bettags wieder näherbringen könnte.»

«Klar lassen wir uns eines Besseren belehren, falls die Regierung plausible Gründe hat, die gegen unser Anliegen sprechen.» Wie Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler auf Anfrage mitteilte, sei man aktuell dazu noch in internen Verhandlungen.