Gezielte Aktion eines Neonazis oder hirnloser Spontanakt eines kritzelnden Pubertierenden? Das Symbol war jedenfalls eindeutig: Das Hakenkreuz prangte an einer sensiblen Stelle, nämlich an der Info-Tafel zur Aare und zum Naturreservat Flumenthal, unmittelbar neben dem gut besuchten öffentlichen Bücherschrank. Dort am Kreuzackerquai, wo sämtliche Gäste des H-Hotels unweigerlich passieren, wenn sie von der Stadt kommen oder dorthin wollen. Solothurn eine Nazi-Adresse? Bei Touristen und Seminargästen könnte jedenfalls dieser Eindruck entstanden sein.

Kein Offizialdelikt

Fakt ist auch, das Nazi-Symbol war bereits vor über einer Woche auf der Tafel angebracht worden. Offenbar fühlte sich niemand so gestört, dass eine Meldung dazu bei der Polizei erfolgt wäre. Auf Anfrage erklärte Peter Fedeli, Kommandant der Stadtpolizei, dass ihr Technischer Dienst nun die Schmiererei, angebracht wohl mit einem schwarzen Filzstift, fotografiert und danach die Info-Tafel gereinigt habe. Vorerst allerdings noch recht erfolglos. Bei der Kritzelei handelt es sich laut der Stadtpolizei lediglich um ein Antragsdelikt und nicht um ein Offizialdelikt, bei dem die Strafverfolgung von Amtes wegen erfolgt. Die Besitzerin der Info-Tafel – in diesem Fall der Kanton Solothurn – müsste also Anzeige gegen Unbekannt einreichen.