«Lange musste verhandelt werden, und lange war unklar, ob die Solothurner Närrinnen und Narren an der kommenden Fasnacht wieder auf der St.-Ursen-Treppe stehen dürfen», teilte gestern die Vereinigte Fasnachtsgesellschaft Solothurn (UNO) mit. Jetzt sei von der Römisch-katholische Kirchgemeinde Solothurn die erhoffte Nachricht eingetroffen: Die Treppe, die über die Fasnacht vor allem als Bühne für die Umzüge, die «Monsterguggerete», den Zapfenstreich und den «12i-Chlapf» benutzt wird, bleibe auch am Fasnachtsdienstag nachts offen. Dies konnte Markus Wälti, neuer Ober-Ober der UNO, an seiner letzten Vorstandssitzung bekannt geben.

Feuerwerk sorgte für Schäden

Den Diskussionen vorausgegangen waren Vorfälle an der letzten Fasnacht. Damals wurde am Dienstag gegen Mitternacht auf der Treppe Feuerwerk gezündet, das erhebliche Beschädigungen hinterlassen hatte. Dies im Zusammenhang mit dem auch in Fasnachtskreisen umstrittenen, von den drei Guggen Konfettistampfer, Guggeschränzer und Weihereschränzer initiierten «12i-Chlapf». In der UNO oft schon diskutiert worden ist der erst seit wenigen Jahren durchgeführte Akt wegen Sicherheitsbedenken – das Gedränge auf dem Kronenplatz ist jeweils immens und es kam auch schon zu Panik-Reaktionen im Publikum. Dies hatte intern auch Fragen um die Verantwortlichkeiten in Haftungsfällen aufgeworfen – die UNO ist primär zuständig für die Durchführung der zwei grossen Umzüge und den Zapfenstreich, die Vereinigung der Solothurner Guggen GUSO wiederum kann nicht auf den Rückhalt aller Mitglieder beim «12i-Chlapf» zählen – einige Gugggen bleiben dem mitternächtlichen Aufmarsch ostentativ fern. Zudem monieren Fasnächtler immer wieder, dass der «12i-Chlapf» am Fasnachtsdienstag um Mitternacht quasi die Beizenfasnacht abwürge.

Sicherheitspersonal muss her

Die Kirchgemeinde wollte als Folge die Treppe absperren lassen – allerdings nur in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, wie die Verwaltung schon vor Monaten auf eine Anfrage der Redaktion bestätigt hatte. Die Gespräche, die unterdessen zwischen der UNO und der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Solothurn stattgefunden hatten, führten jetzt zum genannten Erfolg. Allerdings gibt es einige Bedingungen: So sind Feuerwerkskörper ab sofort verboten und die Brunnen und das Gebäude dürfen nicht mehr bestiegen werden. Um dies zu gewährleisten, werde die UNO Sicherheitspersonal anstellen, bestätigte diese. (fm/uno/ww)