Sonntagsverkauf Solothurn
Der grosse Ansturm kommt noch

Viel Volk in der Stadt, doch nicht alle wollten shoppen: Das ist die eine Erkenntnis des ersten Sonntagsverkaufs. Die andere: Meist bewegte sich der Umsatz im Rahmen des Vorjahres. So hoffen die Geschäfte auf einen Endspurt.

Wolfgang Wagmann
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Noch sind längst nicht alle Geschenke gekauft.

Noch sind längst nicht alle Geschenke gekauft.

Hanspeter Bärtschi

Die «Weihnachtsreise» bringt massenhaft Leute in die Stadt – so viele wie kaum an der Fasnacht oder am Märetfescht. Doch viele ziehen sich nur die Geschichte mit der Heiligen Familie, den Hirten und den drei Weisen, Herodes und seinen römischen Häschern herein. Kamele stehlen dem Kaschmir-Schal in den Auslagen oft die Show.

Doch Manor-Direktor Jürg Bächli findet, es habe schon früh, noch bevor der erste Legionär durchs Bieltor gestapft sei, viele Kunden im Warenhaus an der Gurzelngasse gehabt. «Es war ein guter Tag, ich bin zufrieden.»

Auf den bisherigen Verlauf des Weihnachtsgeschäfts angesprochen, weiss er: «Das Rennen ist noch nicht gelaufen. Man muss den Dezember als Ganzes betrachten.» Denn vor Weihnachten sei nächstes Woche ein Tag mehr da, um einzukaufen, «deshalb sollte niemand in Panik verfallen, wenn die Umsätze noch etwas hinterherhinken.»

Während Manor am 26. Dezember, dem Stephanstag, geschlossen bleibt, wird das Warenhaus am 2. Januar, dem Bärzelistag, geöffnet sein. «Ich hoffe, dass dann möglichst viele Stadtgeschäfte mitziehen und auch offen sind», betont Jürg Bächli.

Ðie mittlere Zufriedenheit

Geradezu aufs Weihnachtsgeschäft spezialisiert ist – Nomen est omen – der «Cherzejeger» an der Hauptgasse. «Wir haben fast auf den Rappen genau gleich viel Umsatz wie im Vorjahr erzielt. Aber ein bisschen gestaunt haben wir doch, dass es nicht wesentlich mehr war – angesichts der Leute, die draussen auf der Gasse zu sehen waren», wundert sich Urs Jeger. Doch der Advents-Routinier weiss: «Der zweite Verkaufssonntag ist immer stärker als der erste.»

«Ich kann nicht klagen. Es ist rund gelaufen», verteilt Verena Holzer vom Kinderparadies Bohnenblust recht guten Noten an den ersten Sonntagsverkauf. «Die Kunden sind gezielt gekommen und haben bewusst ausgewählt», stellt die Geschäftsinhaberin fest. Offenbar hatten die Eltern ihre Kinder bei der Spielzeug-Auswahl nicht mitgenommen, «denn es waren auffallend wenig Kinder im Geschäft».

Bis jetzt sei der Weihnachtsverkauf im normalen Rahmen gelaufen, aber auch Verena Holzer weiss: «Die letzten Tage werden entscheidend sein.» Der Renner bei den Mädchen ist derzeit das Barbie-Puppenprogramm «Eiskönigin», bei den Buben sind es Transformers. «Aber auch klassische Spielsachen wie Bäbi-stuben, Krämerläden und Holztiere laufen gut, dazu sind Spiele, darunter die klassischen Brettspiele wie ‹Eile mit Weile›, sehr gefragt.»

Vorstadt besser als Altstadt

«Im Grossen und Ganzen» zufrieden zeigt sich Thomas Schärer vom Herrenmode-Geschäft Küng Mode. Der Umsatz habe in etwa dem Vorjahr entsprochen «wobei das Geschäft in der Vorstadt besser lief als am Stalden.» Bisher machte das Wetter den Modeanbietern zu schaffen, «aber sobald es kalt wird, gehen Jacken und Mäntel».

Ansonsten seien Pullover und Jeans in, «wir machen viele Geschenke.» Aber noch keine bei den Preisen, betont Schärer, der Ausverkauf beginne er nach Weihnachten. «Wir machen uns nicht das Geschäft kaputt», meint er im Hinblick auf erste Prozente und Rabatte bei Konkurrenten vor allem im Damenmodebereich, die damit eine «schweizweit schlechte Saison» noch halbwegs retten möchten.

Nicht zufrieden mit dem Sonntagsverkauf, der für sie quasi nur von 14 bis 16 Uhr stattgefunden hat, ist Christine Lindt vom gleichnamigen Dessous-Modegeschäft. Sie führt das auf die spezielle Situation an der Hauptgasse 14 zurück (wir berichteten): «Das Café Undici war zu – wie die halbe Mall ohnehin schon. So hat unsere Stammkundschaft gefehlt.» Auch Lindt meint, es daure immer länger, bis das Weihnachtsgeschäft anfange. «Es konzentriert sich alles auf die letzten paar Tage.»