SP Stadt Solothurn
Der geplante Frauenstreik am 14. Juni kommt langsam in Fahrt

Die städtische SP widmete dem Frauenstreik im Kreuz einen ganzen Abend. Und: Katrin Leuenberger kündigte ihren Rücktritt aus dem Gemeinderat an.

Katharina Arni-Howald
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Am 14. Juni kommt es landesweit zum Frauenstreik. Im Bild: Frauenaktionstag vor acht Jahren auf den Luzerner Strassen.

Am 14. Juni kommt es landesweit zum Frauenstreik. Im Bild: Frauenaktionstag vor acht Jahren auf den Luzerner Strassen.

Maria Schmid, 14. Juni 2011

Am 14. Juni 1991 machte eine halbe Million Frauen mit Streiks und Protesten darauf aufmerksam, dass die in der Bundesverfassung verankerte Gleichstellung von Frau und Mann immer noch nicht umgesetzt war. Der unter dem Motto «Wenn Frauen wollen, kommt alles ins Rollen» organisierte Frauenstreik wurde zur grössten politischen Demonstration in der Geschichte der Eidgenossenschaft.

Nur wenige der damals gestellten Forderungen sind in den vergangenen 28 Jahren verwirklicht worden. Für viele, vor allem junge Frauen Grund genug, den damals erfolgreichen Anlass zu wiederholen und ihre Unzufriedenheit über die langsam mahlenden Mühlen öffentlich kundzutun.

Rückblende auf 1991

Eine, die weiss, wie es damals war, ist Barbara Spalinger, ehemalige Juristin im Kantonalen Volkswirtschaftsdepartement und heutige Vizepräsidentin der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV. «Ich möchte es nicht missen, dort gewesen zu sein», liess sie die Genossinnen und Genossen der städtischen SP in der Kreuz-Bar wissen, deren Parteiversammlung ganz im Zeichen des kommenden Frauenstreiks stand. Spalinger hatte einige «Müsterli» parat, wie es damals war, als die Frauen mit Angst und Herzklopfen ihren Arbeitsplatz verliessen, um streiken zu gehen. Einige Arbeitgeber, so die kantonale Verwaltung, hätten vorbildlich gehandelt und die Frauen, die am Streik teilnehmen wollten, nicht zurückgehalten. Sogar ein «Überfall» aufs Rathaus hatte keine Folgen. Andere hätten weniger Verständnis gehabt. Immerhin: «Schweizweit wurden nur zwei Entlassungen bekannt.»

Als junge Frau hätte sie noch wenig über den Hintergrund gewusst, ergänzte Spalinger ihre Ausführungen. Später sei ihr klargeworden, um was es eigentlich ging. «Der Zorn der Frauen war gross und sie wollten reden. Bewundert habe sie einiges: «Die Organisation war die beste, die ich je erlebt habe und die Zusammenarbeit hervorragend.» Klar sei es laut gewesen, aber friedlich und dem Ideenreichtum seien keine Grenzen gesetzt gewesen.

Angst vor Streikkonsequenzen

Wie der diesjährige 14. Juni ablaufe, sei im Moment noch völlig offen. «Bestimmt anders als damals, denn dazumal gab es noch keine sozialen Medien», gab Spalinger zu bedenken. «Und das Ganze wird breiter und individueller, aber nicht weniger lustvoll sein.»

Nicht verändert hat sich die Angst um den Verlust des Jobs, wenn man nicht arbeiten geht. Auch dieses Mal dürften nicht alle Arbeitgeber Toleranz zeigen, war man sich einig. Schwierig dürfte es für das Spitalpersonal werden oder bei anderen Institutionen, wo Präsenz nötig sei. Deshalb wurde den Frauen geraten, nicht einzeln der Arbeit fernzubleiben, sondern sich in einer Gruppe zusammen zu tun. Trotz allen möglichen Beschwernissen war man sich im Kreuz einig, dass die Forderungen berechtigt sind und der Streik sinnvoll. Letztendlich gehe es wie auch beim letzten Frauenstreik nicht darum, gegen die «bösen Männer» anzukämpfen, sondern den Dialog zu suchen und bestehende Ungleichheiten zu beseitigen. Oder wie es die Mitorganisatorin Moira Walter ausdrückte: «Es reicht nicht zu sagen: ‹Wir hätten gern...›»

Betont kurz gehalten wurden an der Versammlung die Rückblicke aus dem Gemeinde- und dem Kantonsrat. Zudem kündigte Katrin Leuenberger ihren Rücktritt aus dem Gemeinderat an.

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