Naturmuseum Solothurn
Der Fischotter ist auf dem Weg zurück

Bis 1950 gab es in der Gegend noch Fischotter-Bestände im Seeland und an der Aare unterhalb von Solothurn. Heute gilt er als ausgestorben - doch es gibt Hoffnung, dass er zurückkehrt. Eine Sonderausstellung im Naturmuseum widmet sich dem Tier.

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 Früher war das "Lumpeviech" als Fischräuber geächtet und als Pelz- und Nahrungslieferant verfolgt, heute findet man ihn kaum mehr. Doch der Fischotter könnte zurückkehren...
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 Den frechen Blick kann dem possierlichen Raubtier niemand verübeln
 Thomas Briner, Leiter des Naturmuseum Solothurn: «Als Biologe finde ich, die Rückkehr des Fischotters wäre sehr wünschenswert.»
 Referent an der Eröffnung der Ausstellung: Hans Schmid, Präsident Stiftung Pro Lutra ("Für den Fischotter") und Leiter Tierpflege im Zürcher Zoo
 Willkommen bei der «Marder-Family», zu der auch der Fischotter zählt. Der Biber hingegen gehört aber nicht zur Verwandschaft, auch wenn man ihn schwimmend vom Fischotter nur schwer unterscheiden kann...
Neue Ausstellung im Naturmuseum Solothurn: Der Fischotter
 Die Felle im Vergleich: Das sehr dichte Fischotter-Fell neben Dachs und Fuch
 Junger Fischotter vor dem Skelett eines ausgewachsenen Fischotters
 Nicht nur Fisch steht auf des Otters Speisepaln, gerade Jungtiere bevorzugen "langsamere Beute" wie Krebse oder Frösche

Früher war das "Lumpeviech" als Fischräuber geächtet und als Pelz- und Nahrungslieferant verfolgt, heute findet man ihn kaum mehr. Doch der Fischotter könnte zurückkehren...

Andreas Kaufmann

Wer kennt ihn noch, den Fischotter, den Wassermarder mit dem langen, runden Schwanz?

Bis 1950 lebten noch Restbestände im Seeland inkl. Bielersee und an der Aare unterhalb von Solothurn. Zwischen 1960 und 1970 wurde der Fischotter letztmalig bei der Emmenmündung unterhalb von Solothurn beobachtet. 1975 verschwand er ganz aus der Aare.

Schweizweit wurden 1989 die letzten Spuren am Südufer des Neuenburgersees gefunden. Seither gilt er als ausgestorben. Und plötzlich taucht er wieder auf: Zwischen 2003 und 2005 erfolgten verschiedene Beobachtungen in der Umgebung von Solothurn. Seither herrscht wieder Funkstille.

Woher dieses einzelne Tier oder diese Otter stammten, konnte nie geklärt werden. Vermutet wird, dass es sich um ein Tier handelte, welches aus einem Zoo entwichen war oder ohne Bewilligung ausgesetzt wurde.

Für eine natürliche Rückkehr des Fischotters scheint die Schweiz noch zu wenig attraktiv und anziehend zu sein. Doch Revitalisierungen im Zusammenhang mit Hochwasserschutz sind im Gange und lassen die Hoffnung steigen, dass die Otter auch bei uns wieder heimisch werden. (mgt)

Das Naturmuseum Solothurn informiert in einer Sonderausstellung, die noch bis am 24. Oktober 2014 zu sehen ist, über den Fischotter. Am Donnerstag war Vernissage.