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Der erste Weltmädchenfussballtag findet in Solothurn statt – sogar eine Bundesrätin ist dabei

Der Film «Bend it like Beckham» ist der Hintergedanke des ersten Weltmädchenfussballtages, der am 11. Oktober in Solothurn stattfindet.

Der Film «Bend it like Beckham» ist der Hintergedanke des ersten Weltmädchenfussballtages, der am 11. Oktober in Solothurn stattfindet.

Im Oktober findet erstmals der Weltmädchenfussballtag in Solothurn statt − wie es dazu kam, erzählen die Organisatoren.

Einem indischen Mädchen, das mit seiner Familie in Grossbritannien lebt, wird von den Eltern verboten Fussball zu spielen. Weil sie ein Mädchen ist. Das ist die Geschichte des Erfolgsfilm «Bend it like Beckham», der im Jahre 2002 erschienen ist. Es ist aber auch der Hintergedanke des ersten Weltmädchenfussballtages, der am 11. Oktober in Solothurn stattfindet. Der 11. Oktober ist der UN International Day of the Girl Child und der Weltmädchenfussballtag soll helfen «eine breite Bevölkerungsschicht auf die Situation vieler benachteiligter und diskriminierter Mädchen auf der ganzen Welt aufmerksam machen», heisst es in einer Medienmitteilung.

Im Gespräch erzählen Heinz Hohl, der Präsident des Solothurner Fussballverbandes (SOFV) und Brigitte Geiser vom Vorstand Kenyan Children Help wie die Idee des Weltmädchenfussballtages zustande gekommen ist. «Wir beide kennen uns schon lange», beginnt Hohl. Dabei sei bereits früher einmal die Idee aufgekommen, dass der Fussballverband in irgendeiner Weise das Hilfswerk unterstützen könnte. Man habe zuerst daran gedacht, die nicht mehr gebrauchten Trikots nach Kenia zu schicken. Aufgrund der Komplikationen, die der Import mit sich gebracht hätte, habe man die Idee aber wieder verworfen.
«Bei einer Suche im Internet sind wir dann zufällig auf den internationalen Mädchentag aufmerksam geworden und da im Moment die Frauenförderung im Fussball ein grosses Thema ist, haben wir gedacht, die Kombination würde gut harmonieren», erklärt Hohl. Die Benachteiligung von Frauen sei nämlich nicht nur im Fussball, sondern auch in vielen Ländern, wie beispielsweise Kenia, ein Problem, fügt Geiser an.

Brigitte Geiser und Hein Hohl erzählen im Gespräch von der Idee und Planung des ersten Weltmädchenfussballtages.

Brigitte Geiser und Hein Hohl erzählen im Gespräch von der Idee und Planung des ersten Weltmädchenfussballtages.

Permi Jhooti ist das Gesicht des Events

Die Idee des Weltmädchenfussballtages stiess sofort auf viel Begeisterung. So sicherte auch die Kinderhilfe Embolo Foundation nach einer Anfrage sofort ihre Unterstützung zu und organisiert nun zusammen mit den beiden Regionalfussballverbänden Solothurn und Nordwestschweiz und Kenyan Children Help den ersten Weltmädchenfussballtag. Von da an entstand nach und nach das Rahmenprogramm für den Anlass.

Geplant ist ein Plauschturnier, bei dem sich acht FF15-Teams aus verschiedenen Regionen der Schweiz verstärkt mit Spielerinnen des FC Basel 1893 und des BSC YB Frauen, messen. Auch ein Show-Match zwischen den Frauenmannschaften der beiden NLA-Teams, ergänzt mit Spielerinnen der regionalen 2.-Liga, steht auf dem Programm. Am Nachmittag folgen diverse Referate, Interviews und Podiumsgespräche.

Dafür konnten nicht nur Bundesrätin und Sportministerin Viola Amherd, Frauenfussballexpertin Seraina Degen von der SRF-Sportredaktion und Tatjana Haenni, die Direktorin des Frauenfussballs als Gastrednerin gewonnen werden. Sondern auch Permi Jhooti, die indischstämmige Fussballerin, die es in Grossbritannien als erste asiatische Frau in die Profiliga schaffte und Vorbild für den Film «Bend it like Beckham» war, hat zugesagt und ist das Gesicht des Events. Den Abend runden unter anderem Stefanie Heinzmann, Sina, Nubya und Freda Goodlett auf der Kofmehl-Bühne musikalisch ab. «Wir ziehen das Thema starke Frauen gleich weiter», so Geiser.

Die Organisation hatte viel mit Zufall zu tun

Wie die Organisatoren es geschafft haben, ein solch beeindruckendes Programm auf die Beine zu stellen? «Das wissen wir selbst nicht so genau», sagt Geiser lachend. «Vieles ist durch Zufall entstanden», erklärt Hohl. So habe man beispielsweise erst nach der Zusage von Permi Jhooti, die ebenfalls eher zufällig angefragt wurde, den Leitfaden des Events festgelegt. Nicht nur Jhooti, auch viele der anderen Gäste wurden mit dem Gedanken angefragt, dass man es doch einfach einmal probieren könnte. Mehr als Nein sagen könnten sie ja nicht. «Wir waren selbst sehr überrascht und sind fast ein wenig erschrocken, als alle sofort begeistert zugesagt haben», sagt Hohl bezüglich den vielen Zusagen. Das zeige ihnen aber auch, dass die Idee hinter dem Weltmädchenfussballtag gut ankomme und das Thema Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen viele bewegt und beschäftigt.

Der Nettoerlös des Event aus dem Ticketverkauf und Spenden kommt dabei voll und ganz den beiden Hilfswerken zu. Dieser könne gerade in Zeiten von Corona, in denen es vielen an den grundsätzlichsten Dingen, wie Nahrung, mangelt, gut gebraucht werden. Aus diesem Grund arbeiten die meisten ehrenamtlich. Und auch die Künstlerinnen seien ihnen sehr entgegengekommen.

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