«Wir schreiten lieber zur Tat, anstatt lange Worte zu verlieren» – diese Devise verkündete Marcel Weidmann vergangenen September, als er gerade frisch als Geschäftsführer des Sportzentrums CIS angetreten war. Er und der ebenfalls neue Verwaltungsratspräsident der CIS Solothurn AG, Joshua Steffen, standen vor einem Berg an Arbeit: Der sanierungsbedürftigen Sportinfrastruktur hatte man seitens der AG kaum Investitionsbeiträge zufliessen lassen.

Und die Kommunikationskultur hatte Nutzniesser – Vereine, Berufsschulklassen und Einzelpersonen – im Ungewissen gelassen über das «Wie weiter?» im CIS. Eine Viertelmillion wolle man kurz- bis mittelfristig investieren, hiess es damals, nachdem in den Sommerferien bereits unfallträchtige Bodenhülsen und in die Jahre gekommene Garderoben im hinteren Teil saniert worden waren.

Viele Baustellen tauchen auf

Wenig Worte waren seither tatsächlich aus den Sporthallen zu vernehmen – doch wie es scheint, nur zugunsten der Taten, deren Resultate dort bereits heute zu sehen sind. «Wir haben die veranschlagten 250'000 Franken dabei überschritten», sagt Weidmann heute. «Hinter jeder Baustelle kommen drei kleinere hervor.» Mittlerweile sind nämlich auch die Garderoben im ersten Stock saniert, dort also, wo vorhin der Schimmel Einzug gehalten hatte.

Die klimatische Anlage ist ebenfalls instand gestellt, was die Temperaturen sportverträglicher macht. Nur wenn es wie letzte Woche sehr kalt wird, reiche auch diese nicht mehr aus. Nachgezogen wurden auch einzelne Bodenlinien, die für einzelne Sportarten nötig sind. Der Blick ins Innere zeigt: Instandgestellt wurde, was letztlich der Funktionalität dient und den Betrieb ermöglicht. Mit rein ästhetischer Veredelung hält sich die neue Leitung zumindest bis jetzt zurück.

Weiter sei die Aussenhülle punktuell instandgestellt worden. «Die undichten Stellen sind repariert, und in den Wänden finden sich keine Löcher mehr.» Vorher kam es nicht selten vor, dass es in die Sporthallen reintropfte. Die Sauna im ersten Stock wurde zwischenzeitlich aufgehoben: hygienische und wirtschaftliche Gründe macht Weidmann hier geltend.

Aufgefrischtes Gastroangebot

Bereits kommt auch das Restaurant in neuer Aufmachung daher – mit einer Möblierung im Palettenstil und einer Loungeecke. «Wir haben das Restaurant als Sportbar konzipiert und lancieren ein Angebot mit Live-Übertragungen», erklärt Weidmann. Ebenfalls das Snackangebot sei aufgefrischt worden. Nur die Küche wurde noch nicht eröffnet – entsprechende Pläne sind aber in Arbeit. Organisatorisch wurde der Gastrobereich neu als Tochterfirma «Mama Bellevue GmbH» ausgegliedert.

Events sollen künftig besonders im Fokus stehen, nicht zuletzt, um das Raumangebot auch am Wochenende auszulasten: Dazu zählen Karate- oder Kickbox-Events, sowie Minihandball- und Kinderfussball-Turniere. Für die laufenden Sportferien hat die CIS Solothurn AG mit der gleichen Überlegung auch ein Familienangebot lanciert. Mit der Eigenheimmesse, die auch weiterhin im CIS gastiert, folgt im März (9. bis 12.) zudem ein Grossanlass, der unter die Rubrik «Events» fällt – «auch wenn wir bis auf einen Teil Infrastruktur und Gastro das Szepter in die Hände der Messeveranstalter legen.»

Doch nicht nur aus der Warte der Infrastruktur oder in Sachen Eventmanagement scheint im CIS ein neuer Wind zu wehen. Auch in Sachen Kommunikation mit den Nutzern wurde einiges offenbar ins Lot gebracht. «Miteinander, nicht gegeneinander – ist unsere Devise», bekräftigt Weidmann. «Wir können im Moment spielen und haben ein konstruktives Verhältnis zum CIS», bestätigt Stefan Blaser. Der Präsident des TV Solothurn Handball war seitens Nutzer federführend bei den Bestrebungen, das CIS wieder bespielbar zu machen. Ebenso spricht Weidmann von einem «guten Dialog zu den Handballern.»

Da die Stadt Solothurn als Mieterin des CIS ansässigen Vereinen hier Nutzungsmöglichkeiten bietet, war auch sie vom maroden Zustand der Infrastruktur betroffen. Alex Rudolf von Rohr, Präsident der Sportkommission der Stadt, zeigt sich über die neue Federführung im CIS bereits zufrieden. «Es hat ja zahlreiche Leitungswechsel gegeben, seit es das CIS gibt.» Doch unter der Firma, die jetzt am Ball ist, funktioniere es. «Auch sind die Sanierungen ausgeführt worden, die unumgänglich gewesen waren und die man jahrelang schon moniert hatte.» Auch die Kommunikation sei vorher selten so gut gewesen, so Rudolf von Rohr weiter.

«Mit allen Partnern haben wir neue Vereinbarungen abgeschlossen», fasst Weidmann zusammen. Dazu zählen neben den Handballern auch die Tennisakademie, der Tennisclub CIS Solothurn, die Beach-soccer- und Beachvolley-Vereine. Dank entsprechender Bemühungen habe man auch vormalige Probleme der Überbelegung und Überschneidung in den Griff bekommen. Und so bezeichnet Weidmann die momentane Auslastung als zufriedenstellend, «dies gilt insbesondere für die Bereiche Squash, Tennis, Badminton. Aber auch die stattliche Zahl von 1500 Berufsschülern, die jede Woche dort ihren Turnunterricht abhalten, rechnet sich.»

Ambitionierte Ausbaupläne

Von den gesamthaften 350 Stellenprozent (neben weiterer Arbeitskraft auf Stundenbasis) in den Bereichen Administration, Unterhalt und Gastro nimmt Betriebswirt Weidmann deren 60 Stellenprozent wahr. «Doch zurzeit sind es weitaus mehr Stunden», gibt Weidmann zu, der ansonsten mit vielen Mandaten im Sportmanagement tätig ist.

Tatsächlich geht die Arbeit im CIS nicht aus: Im kommenden Sommer sollen ausserdem die Aussentennisplätze erneuert werden. Als nächste grössere Sanierungspendenz steht das Flachdach im Mittelteil an: «Dieses ist gelinde gesagt ziemlich marode.» Auch sei die Isolation der gewölbten Schalendächer nach Plänen des Ingenieurs Heinz Isler nach wie vor ein Thema.

Doch auch Ausbauprojekte stehen an: Bereits für diesen Sommer (Mai bis September) geplant ist eine Aufwertung des Aussenbereichs an der Aare, verbunden mit einem Gastro- und Freizeitbetrieb. Zurzeit befindet sich das Dossier mit dem hängigen Baugesuch auf dem hiesigen Stadtbauamt. Doch noch ein grösseres Projekt schwebt den Betreibern vor. Die Vision: Südlich des Kofmehls soll parallel zur Westumfahrungsbrücke eine neue Halle entstehen.