Oktoberfest
Der Charme von Dirndl und Lederhose

Warum sich die bierseligen Gäste in der Reithalle auf gut bayrisch ausstaffieren.

Hanspeter Schläfli
Merken
Drucken
Teilen
Oktoberfest Solothurn
8 Bilder
Zuerst gabs Schweinehaxen, dann stramme Waden auf den Festbänken und zuletzt sogar nackte Beine auf dem Tisch.
Ein fescher Zwergenhut mit Edelweiss.
Frisch verliebt, er in Lederhose und sie mit einem Lei um den Hals.
Eine Mass, zwei Dirndl.
Ein Dutzend Mass auf einmal stemmt so ein echtes bayrisches Dirndl.
Glantaler Powermen spielten am Solothurner Oktoberfest.
Haxen mit Kartoffelsalat und Bier bis zum Abwinken: Das Solothurner Oktoberfest.

Oktoberfest Solothurn

Hans Peter Schläfli

Mission erfüllt: Um acht Uhr steigen alle auf die Festbänke, schunkeln selig und singen die Gassenhauer der Glantaler Powermen mit. Aus Sicht von Markus Moerler, einem der Organisatoren, fordert das nach einer Entschuldigung. «Es hat so lange gedauert, damit zuerst alle in Ruhe essen konnten.» Er habe die Leute etwas beruhigen müssen, damit alle zuerst ihre «Haxn» oder ihr «Händl» geniessen konnten.

Denn mit dem Essen an einem Oktoberfest ist es wie mit den Dirndl: Der Teller muss prall gefüllt sein, damit es richtig lecker ausschaut.
Und so steuert das Oktoberfest seinem Kulminationspunkt entgegen, wenn bei anderen Partys noch nicht einmal die Tür geöffnet wurde. «Prost ihr Säcke» vom Sänger. «Prost du Sack» zurück aus dem Publikum. Das gehört zum Charme des Oktoberfestes. Freundliche Leute mit verzückten Gesichtern, knackige Waden die unter den Lederhosen hervorgucken und viele zum «schau mir in die Augen» einladende Dekolletés.

Ein Dutzend Mass auf einmal

Das spezielle Oktoberfestbier, etwas dunkler, leicht bekömmlich und fast ohne Hopfen gebraut, floss in Strömen. Probleme mit dem Nachschub gab es nie. Anpacken können sie nämlich, die extra aus Bayern eingeflogenen Serviertöchter.

Ein Dutzend Mass auf einmal stemmt so eine echte Münchnerin. Um zehn Uhr dann die definitive Erfolgsmeldung von der Bar: Alle 500 «Kleinen Feiglinge» sind verkauft. Um elf Uhr folgte bereits das traditionell frühe Lichterlöschen in der Rythalle. Wen das Gefühl plagt, jetzt etwas verpasst zu haben, der kann es ja am kommenden Wochenende nochmals versuchen.