Der zweite Mai dieses Jahres lieferte einen der wichtigsten Einträge in der bald 600-jährigen Chronik des «Krone»-Gebäudes: Unter dem Namen «La Couronne» mit 28 Hotelzimmern wurde das Haus nach einer umfangreichen Sanierung diesen Frühling wieder aus der Versenkung geholt. Ein zweites Datum für die Hotel-Chronologie war gestern: Das sogenannte «Atelier Couronne» – besser bekannt als die vormalige «Kronen»-Garage – steuert dem Haupthaus neun weitere Hotelzimmer an der Seilergasse bei; weiter erhalten bleiben nach dem Umbau die ebenfalls sanierten neun Parkfelder im Parterre.

Nach dem Baustart im März erfolgte gestern Freitag die Übergabe an die «Couronne»-Betreiberin, die Genossenschaft Baseltor. 3,5 Mio. Franken hat die Swiss Prime Anlagestiftung als Baurechtnehmerin in das «Atélier» investiert, wie seitens Swiss Prime Projektleiter Thomas Grossenbacher informiert. «Junges und frisches Design in ehrwürdigen Mauern», fasst er das Flair der Atelier-Zimmer zusammen. Umgesetzt wurde das Projekt fristgerecht, komplikationsfrei und ohne Einsprachen von Graf Stampfli Jenni Architekten AG und Grego Architektur aus Zürich. Damit waren die gleichen Unternehmer am Drücker wie schon in der «La Couronne» selbst.

Wie ein Bijou geschaffen wurde

Doch wie wird aus einem ursprünglich schmucklosen, kaum 100-jährigen Gebäude eine würdige Erweiterung der als «Swiss Historic Hotel» klassifizierten «La Couronne»? Wie lässt sich ein Charme schaffen, der einen Steinwurf entfernt durch die historische Substanz schon vorhanden war? Wie «Grego»-Innenarchitektin Nadine Tschudi bei einem Rundgang erläutert, sei es eine Herausforderung gewesen, das Flair des Haupthauses auch hier in einer ehemaligen Seilerei und dem ehemaligen «Krone»-Personalhaus zu erzeugen. «Es soll den Barock-Charakter übernehmen und doch einen eigenen Anstrich à la Bohème verleiht bekommen.» Weiter solle es merklich ins Ensemble gehören, doch eigen sein, und zuguterletzt dem Gast das gleiche Erlebnis wie im Haupthaus bieten.

Nach einem kleinen Entrée mit Lift führt eine Treppe in den ersten Stock mit den neun klimatisierten und zum Teil rollstuhlgängigen Hotelzimmern. Gassen- und hofseitig hat man sich mit ocker-grau und blau-grau für unterschiedliche Farbgebungen der Zimmer entschieden. Mit einer gemütlichen, zum Teil aus restauriert-antiken Stücken beschaffenen Einrichtung macht man auch den Umstand wett, dass die Aussicht auf die Seilergasse oder den Innenhof nicht dieselbe sein kann wie im Haupthaus.

«Kein Zimmer ist gleich», kommentiert Tschudi. Eigenwillige Raumgeometrien, hohe Decken und die Einbindung der unterschiedlichen Dachschrägen geben jedem einzelnen Zimmer eine individuelle Prägung mediterraner Leichtigkeit. Die kunstvollen Betonbodenplättchen aus Marrakesh sorgen zusätzlich für Verspieltheit, ebenso das Licht- und Schattenspiel, das von den Kronleuchtern in jedem Zimmer erzeugt wird. «Das Resultat übertrifft unsere Erwartungen», sagt auch Simone Berchtold, Leitung Hotel. Die Preise für die Atelier-Zimmer bewegen sich je nach Grösse im ähnlichen Rahmen wie im Haupthaus. Bezugsbereit sind die Hotelzimmer ab 6. Januar 2018.