Dabei handelt es sich nur um die erste Phase der anstehenden Ortsplanungsrevision, das eigentliche Abstecken der strategischen Ziele. In einer zweiten Phase werden mit einem Masterplan die operativen Ziele festgelegt, die dann in der dritten Phase münden, dem Zonen- und Erschliessungsplan und dem entsprechenden Baureglement. Das Stadtentwicklungskonzept analysiert aber auch den Ist-Zustand und dient der Stadtverwaltung als Planungs- und Führungsinstrument.

Die grossen Erkenntnisse

Die Wege zum Konzept waren vielfältig und teilweise auch unkonventionell: 2013 wurde eine Bevölkerungsumfrage veranlasst, 2014 folgte ein Bericht zur Stadtanalayse. Aber auch die Befragung von Schülerinnen und Schülern, von jungen Erwachsenen zum Ausgehen, Arbeiten, Wohnen und der Freizeit gehörten ebenso dazu wie die Beteiligung von Kindern, die sich zu ihrem Wohnumfeld, den Freizeitorten und Schulwegen äusserten.

Politische Vertreter, Verwaltungsangehörige und Fachpersonen formulierten Leitgedanken, die ins Konzept eingeflossen sind. Vieles klingt nach allgemeinen Binsenwahrheiten, wie «Solothurn pflegt die Kulturstadt mit grosssstädtischen und vielfältigen Angeboten» oder «Solothurn entwickelt sich durch eine qualitative Innenverdichtung in gut erschlossenen Wohnquartieren».

Dass Solothurn eine aktive Rolle als regionales Zentrum übernehmen soll wirkt als Selbstverständlichkeit, genauso wie Aussagen zum Naturschutz, der Mobilität, oder zur Weiterentwicklung als Kongress- und Kulturstadt. Etwas konkreter wirds im Leitgedanken «Solothurn verführt seine Gäste, mindestens eine Nacht in der Stadt zu verbringen» oder die Aussage, die Parkplätze im öffentlichen Raum seien zu «deckeln», also nicht zu vermehren, sondern tendenziell eher abzubauen.

Die Schlüsselprojekte

Noch eine Stufe konkreter wirds im Konzept bei der Benennung von sogenannten «Schlüsselprojekten». Unter den baulichen Impulsen werden etwa genannt «urbane Hotspots» im Weitblick-Planungsperimeter beidseits der Westumfahrung, der dortige «Segetz-Hain» als grüne Oase, eine Überführung der Westtangente, dann aber vor allem auch Aufwertungsprojekte wie die Umgestaltung des Postplatzes, der Wengistrasse oder des RBS-Bahnhofs.

Arealentwicklungen nicht nur im «Weitblick» sondern auch an der Dornacherstrasse («Perron 1 West») und andere werden aufgelistet - darunter auch die Wasserstadt, deren Gewichtung in der vorberatenden GRK-Debatte allerdings als zu stiefmütterlich empfunden wurde.

Unter wirtschaftlichen Impulsen werden die Weiterentwicklung der Seminarmeile (Hotel Krone), das Platzangebot für KMU auch im «Weitblick» und die dortige Allmend als Standplatz für Veranstalter genannt. Soziale Impulse sollen das Schaffen von Einkaufsmöglichkeiten im «Weitblick», dessen verkehrsarme Gestaltung im Norden sowie unterschiedliche Wohnformen im Westen der Stadt vermitteln. Auffällig in diesem Bereich: «Willkommenspakete für Neuzuziehende». Planungsimpulse erhofft man sich dagegen durch die Stärkung der Zentrumsfunktion Solothurns und einer interkommunalen Zusammenarbeit dank dem Fusionsprojekt Top 5.