Solothurn
Der Bauzeuge für den Heimatstil soll erhalten werden

Es gilt als architektonisch wertvoll und deshalb will es der Kanton auch unter Schutz stellen: Das Haus an der Kapuzinerstrasse 17 in Solothurn. Der Bau aus dem Jahr 1907 gilt als Vertreter des sogenannten Heimatstils.

Wolfgang Wagmann
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Solothurner Zeitung

Es ist wohl das markanteste Gebäude an der Kapuzinerstrassse, das Haus Nummer 17 gleich gegenüber dem Kapuzinerkloster. Aktuell ist zwar wenig von der einstigen und vor allem dereinstigen Pracht zu sehen, denn es ist für eine umfassende Renovation völlig eingerüstet. Bereits war das Haus im neuen, noch nicht in Kraft getretenen Bauinventar der Stadt als schützenswert aufgeführt. «Aufgrund seiner architekturhistorischen Bedeutung ist vorgesehen, das Haus Kapuzinerstrasse 17 im Rahmen der Restaurierungsarbeiten unter kantonalen Denkmalschutz zu stellen», hält nun der Regierungsrat in einem entsprechenden Beschluss fest.

Noch vieles ist vollständig erhalten

Das markante Dreifamilienhaus im Loretoquartier wurde 1907 von der Baufirma Fröhlicher &
Söhne durch die Architekten und Baumeister Ernst und Karl Fröhlicher errichtet. Die Ausgestaltung und Detaillierung des dreigeschossigen Wohnhausbaus mit ausgebautem Dachgeschoss ist architektonisch, baukünstlerisch und handwerklich höchst bedeutsam. Sämtliche Fassadenelemente aus der Bauzeit sind praktisch vollständig und in einem guten Erhaltungszustand vorhanden. Dazu gehören Verputze, Fenster mit Vorfenstern und Läden, Türen, Spaliere, Geländer, Bedachungen und die Spenglerarbeiten.

Ebenfalls erhalten sind der Zugangsweg mit der Betonpergola, die parkähnliche Gartengestaltung und die dazugehörende Einfriedungsmauer zur Strasse hin. «Das grosse Ausmass an originalen Bau- und Ausstattungselementen zieht sich im Innern fort: Parkettböden, Stuckdecken, Zimmertüren, Plattenböden und bleiverglaste Ornamentfenster zeugen von einer hohen gestalterischen und handwerklichen Qualität», so die denkmalpflegerische Bewertung. Auch nachträgliche Einbauten, wie die zeittypischen Furnierholzverkleidungen aus den 60er Jahren wurden in derselben Qualität erstellt.

Architektonisch wie baukünstlerisch bedeutend

Als eines der eindrücklichsten Beispiele der Heimatstilarchitektur in Solothurn ist das Wohnhaus sowohl architektonisch wie auch baukünstlerisch von Bedeutung. Gleichzeitig verfügt es wie nur wenige Vergleichsbeispiele über einen sehr guten Erhaltungszustand. Mit seinem mächtigen Bauvolumen und seiner Einbettung in eine grosse historische Gartenanlage prägt der Bau zudem den Strassenraum der Kapuzinerstrasse.

Im übrigen seien die Eigentümerschaft wie auch die Stadt Solothurn sind mit der Unterschutzstellung einverstanden, teilt der Kanton in seinem Beschluss weiter mit.