Der August hat uns rausgerissen», muss Chefbadmeister Alex Inglin gestehen, wenn er auf die anfänglich recht verkorkste Badesaison 2011 zurückschaut. Mit 120 000 Besuchern seit Mitte Mai ist sie absolutes Mittelmass geblieben, vergleicht man beispielsweise mit den 230 000 Gästen im Topjahr 2003. «Damals hatten wir allein im Juni 90 000 Eintritte» - diesmal waren es im ersten vollen Bademonat nur 22 300; im Ferienmonat Juli auch nur 26 600, ehe der August mit 48 500 Badi-Freaks doch noch für ein kleines Plus gegenüber dem Vorjahr sorgte.

Die rekordtage haben gefehlt

Denn auch im September fanden noch 8300 Personen den Weg durchs Drehkreuz, «zuletzt, als verschiedene Freibäder in der Region schon geschlossen waren, hatten wir täglich noch 50 bis 100 auswärtige Besucher.» Gefehlt haben Inglin und seinem Team vor allem die schönen Ferien- und damit Rekordtage. «Mit 5730 Gästen war der Sonntag, 21. August, einsame Spitze. Sonst gabs nie mehr als 4000 Leute an einem Tag.» Dank den gut verkauften Abos habe man das Budget zwar «knapp erreicht», doch «diesen Sommer musste man spontan entscheiden, ich gehe in die Badi. Denn am andern Tag war das Wetter schon wieder schlecht.»

Wespen und andere «Plagen»

Abgesehen von einem Zwischenfall, als ein Jugendlicher beim Sprung vom Zehnmeterturm (durch ein Ausweichmanöver?) die 7,5-Meter-Plattform streifte, und sich Schürfwunden zugezogen hatte, gab es keine Bade-Unfälle. «Dafür hatten wir Hunderte, ja Tausende Wespenstiche, die meine Frau auf dem Sanitätsposten versorgen musste - darunter auch zwei drei mit Allergikern», weist Alex Inglin auf die diesjährige Wespenplage hin.
Weniger aufgefallen sind die lästigen Flieger Badi-Wirt Ernst Schär, der auf der Terrasse einige Wespenfallen platziert hatte. Denn nach wir vor sei «Süsses» in der Badi ein Renner, konstatiert Schär nach seiner 13. Saison. Die er als «zufriedenstellend» qualifiziert, auch wenn er anfangs Saison etwas Mühe gehabt hätte, seinen fest angestellten Koch auszulasten. Der 60-jährige Wirt kann sich eine weitere Badi-Saison zwar durchaus vorstellen, «doch dafür habe ich bis Ende Oktober Zeit zum Nachdenken.» Kündet Schär den Vertrag mit der Stadt nicht, läuft dieser ein Jahr weiter.

Am Saisonende wird Ferien gemacht

Alex Inglin und seine Kollegen können ab Samstagabend die immer wieder auftretenden «Sörgeli» wie das Littering («das ist überhaupt nicht besser geworden»), das verbotene Tragen von Unterhosen unter der Badebekleidung oder auch das Spucken auf den Boden («solche Leute machen wir auf ihr Verhalten aufmerksam!») für einige Monate abhaken. «Jetzt wird aufgeräumt, der Rasen saniert und ‹g'laubet› - vor allem aber Ferien gemacht», freut sich der Chefbadmeister doch ein wenig auf das Saisonende. «Anfangs November werden dann drei von uns für vier Monate in der Feuerungskontrolle tätig sein, der Vierte beim Werkhof.»

Saisonstart für 2012 noch unklar

Wann die Saison 2012 definitiv beginnt - diesmal hatte Solothurn von der später gestarteten, dafür einer Woche später beendeten Saison profitiert - weiss Inglin noch nicht. «Spätestens an Auffahrt am 17. Mai. Je nach Wettertendenz Ende April vielleicht auch schon am Mittwoch oder am Samstag vor dem Feiertag.»

Klar ist, dass sich dann die Badi-Gäste über einen neuen Terrassenboden oben im Restaurant freuen dürfen. «Dieser wird im Winter erneuert, weil er rissig geworden ist.» Laut Alex Inglin bedinge die Sanierung ein Gerüst mitsamt Überdachung, denn auch die Geländer müssten wegen der neuen Terrainhöhe ersetzt werden. Doch ein Wunsch von Badi-Wirt Ernst Schär dürfte wohl unerfüllt bleiben: derjenige nach einem (Waren)lift...