Solothurn
Der Apfeltag zeigt: Es braucht die Mosttrinker

Im Kreuzacker wurde die Werbetrommel für Hochstammbäume gerührt - und Most verkauft. «Die Leute sollten wieder Most trinken», meint der OK-Chef im Hinblick auf die Verwertung des anfallenden Obstes.

Wolfgang Wagmann
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Apfeltag Solothurn
9 Bilder
Hans Neeracher erklärt die Besonderheiten von 45 Hochstamm-Apfelsorten
Webung für Hochstamm-Kulturen
Es wird gemostet, was das Zeug hält
Sie freut sich sichtlich über ihren frisch gepresten Most
Nicht nur Äpfel waren gefragt
Die Farben des Herbsts in einem Meer von Kürbissen
Ab nächstem Jahr muss der Bucheggberger Märet wieder auf dem umgestalteten Rossmraktplatz stattfinden
Der oberste Imker des Kantons, Max Tschumi

Apfeltag Solothurn

Wolfgang Wagmann

Der Bucheggberger Märet im Oktober ist schon traditionell «Apfeltag» - allerdings wohl letztmals im Kreuzacker. «Wir können nur noch dieses Jahr hier bleiben, dann müssen wir zurück auf den Rossmarktplatz.» Dieser ist zwar neu gestaltet worden, aber was für OK-Präsident Hans Neeracher auch zählt, ist der Umsatz seiner Bauern. Und der liege zwischen dem Hauptbahnhof und der Altstadt halt 20 Prozent höher als am bisherigen Standort. Doch habe die Stadt die Absicht, den ebenfalls neu gestalteten Kreuzackerplatz vor allem Non-Profit-Organisationen zur Verfügung zu stellen, muss das OK zur Kenntnis nehmen.

Doch am gestrigen goldenen Herbsttag herrschten nicht nur Top-Bedingungen für die Marktleute, sondern auch für das eigentliche Anliegen des «Apfeltags»: die Werbung für Hochstamm-Obstkulturen. «Die Leute sollten wieder Most trinken», meint der OK-Chef im Hinblick auf die Verwertung des anfallenden Obstes. So wird am Platz nicht nur gemostet sondern auch gleich verkauft - im Becher oder per Liter.

Zudem können 45 gluschtige Hochstamm-Apfelsorten degustiert werden - fachmännische Beratung des Spezialisten Hans Neeracher inklusive. Hochstammkulturen gebe es wieder vermehrt, doch seien sie schwieriger zu bewirtschaften und – riskant. «Im Bucheggberg gibt es zwei Personen, die querschnittgelähmt sind, weil ein Ast gebrochen ist.»

Nebenan hat Max Tschumi, Kantonalpräsident des Bienenzüchterverbandes und Jungimker-Ausbilder am Wallierhof einen Infostand aufgebaut. Das Bienenjahr sei «durchzogen» gewesen. Er informiert über den Krankheitserreger, die Varroa-Milbe, die er vor Ort präsentieren kann und die schon so manches Bienenvolk vernichtet hat. «Doch im Grossen und Ganzen haben wir es im Griff», ist Tschumi zuversichtlich. «Die Bekämpfung der Varroa muss erfolgen, wenn es Zeit dafür ist, und nicht, wenn der Imker Zeit hat. Das ist die Natur.»

Chästag retten

Das Märet-OK beschäftigt ganz Anderes: Die Rettung des Chästags, nachdem ein Grossteil der Tageseinnahmen anfangs September nach dem Anlass gestohlen worden war. Zwar gibts zur Tat nichts Neues, doch OK-Mitglied Pia Studer freut sich über «enorm viele Hilfsangebote», die sie erhalten hat. Und eine Sammlung sei auch noch geplant.