Die Devise «Frohes Wohnen» trägt die Zürcher Wohnbaugenossenschaft, die an der Bielstrasse 158, 160 und 162 bauen will, im Namen. Nur besteht im Moment wenig Grund, sich über den Fortschritt der Pläne für rund 60 Genossenschaftswohnungen zu freuen. Denn der Regierungsrat hat einen Riegel geschoben – zumindest was die Liegenschaften 160 und 162 angeht: Die historische Bausubstanz des betreffenden Wohnhauses und des angrenzenden Magazins sowie die Umgebung seien zu schützen. Und: Eine entsprechende Beschwerde der Bauherrschaft wurde kürzlich durch das Solothurner Verwaltungsgericht zurückgewiesen.

Doch zur Vorgeschichte: Im Zuge der derzeit laufenden Ortsplanungsrevision wurde vor rund einem Jahr ein Bauinventar der schützenswerten und erhaltenswerten Gebäude erstellt. Noch ist das neue Bauinventar nicht in Kraft getreten und somit lediglich als Absichtserklärung, nicht aber als rechtskräftig zu verstehen. Und so reichte die Bauherrschaft «Frohes Wohnen» im Herbst ein Abbruchgesuch für beide Gebäude ein. Auf Basis einer Einschätzung der kantonalen Denkmalpflege hat der Regierungsrat daraufhin eine provisorische Unterschutzstellung verfügt, gegen die die einsprechende Bauherrschaft nun vor dem Verwaltungsgericht unterlag. Die Beschwerdeführer hatten argumentiert, dass das öffentliche Interesse am Erhalt der Gebäude geringer zu werten sei als die Schaffung günstigen, qualitativ hochstehenden Wohnraums. In ihrer Beschwerde brachte die Bauherrschaft auch eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend.

Zeit für Abklärungen schaffen

Derweil stützt der Regierungsrat seinen Beschluss auf gesetzliche Grundlagen, die es ihm ermöglichen, für die Dauer von maximal einem Jahr eine provisorische Schutzverfügung für relevante Bauobjekte zu erlassen. Ausserdem habe die Beschwerdeführerschaft die Möglichkeit gehabt, sich rechtzeitig zur Schutzverfügung zu äussern, womit auch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliege.

Mit dem provisorischen Schutz sei ein geeignetes Mittel gewählt worden, um nötige Abklärungen darüber zu machen, wie schutz- oder erhaltenswert ein Gebäude sei und wie der bauliche Zustand ist. Denn wie das Urteil naheliegenderweise festhält: «Ein Abbruch ist nicht rückgängig zu machen, der etwaige Schaden irreversibel.»

Kein Weiterzug geplant

Dazu weiss Franz Horner von «Frohes Wohnen», der als Projektleiter die Solothurner Pläne verantwortet, einiges: Während für das Wohngebäude noch Mietverträge bestehen, sei das strassenabseitig gelegene Magazin baufällig und nur unter Gefahr begehbar. Zwar werde man zusammen mit dem Rechtsanwalt das Urteil aus Solothurn prüfen, aber: «Weil es lediglich eine provisorische Verfügung ist, ziehen wir deswegen nicht weiter ans Bundesgericht.» Er interpretiert die Antwort des Verwaltungsgerichts dafür so, dass nun in Zusammenarbeit mit der Stadt und der kantonalen Denkmalpflege eine Lösung zu suchen sei.

Kaum Begeisterungsstürme löst vorderhand der Vorschlag der Denkmalpflege aus, das Bauprojekt so zu planen, dass mindestens das Wohnhaus erhalten bleibt. Immerhin würde dann der Zürcher Wohnbaugenossenschaft die Liegenschaft 158 bleiben, besser bekannt als Einrichtungshaus Eberhart Interieur – zusammen mit weiteren Mietparteien.

Planung läuft weiter

Ungeachtet der provisorischen Unterschutzstellung laufen nun bei «Frohes Wohnen» die Arbeiten am Gestaltungsplan weiter: «Wir wollen ihn so schnell wie möglich einreichen», betont Horner und hofft, mit einem ansprechenden Projekt auch die Stadt Solothurn gewinnen zu können. Und vor dem Hintergrund der bereits angefallenen Verzögerungen will man sich möglichst rasch in die Startposition für das Bauprojekt bringen.