Solothurn

Den ersten Solothurner Märet gabs vor 957 Jahren

In Solothurn fand am Samstag der fünfte historische Märet statt - der erste wurde 1048 durchgeführt. IG-Märet-Präsident Niklaus Bolliger aus Hessigkofen erzählt.

Der erste Markt in Solothurn fand 1048 statt, also exakt vor 957 Jahren. Damals wurde der Stadt durch den Salier-Kaiser Heinrich III. erlaubt, anlässlich eines Reichstages, einen Markt abzuhalten. «Das Marktrecht war damals ein bedeutendes und einträgliches Geschenk und wahrscheinlich eng verbunden mit dem Recht, Münzen zu schlagen und in Umlauf zu setzen, obwohl erst 1146 eine Solothurner Münze erwähnt wird.» Dies schreibt Stadtführerin Marie-Christine Egger in einer Schrift zur Geschichte des Solothurner Märet.

Seit fünf Jahren kann in dieser Geschichte ein neues Kapitel aufgeschlagen werden: Zum fünften Mal findet nämlich der alljährliche «historischer Märet» statt. «Anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Regio Energie AG vor fünf Jahren, führten wir zum ersten Mal diesen speziellen Markt durch», erklärt der Präsident der IG Solothurner Märet, Niklaus Bolliger aus Hessigkofen.

Er ist mit seiner Interessengemeinschaft für alle organisatorischen und administrativen Belange des Märets verantwortlich. «Für alles, ausser für die Standplatzzuteilung und die Auswahl der Standbetreiber. Das ist Sache der Stadtpolizei Solothurn», erklärt Bolliger weiter.

Seit Generationen präsent

Zum Mittwochmarkt kämen jeweils ein gutes Dutzend Marktfahrer in die Stadt, am Samstag seien es aber schon über 50. «Die meisten stammen aus den umliegenden Dörfern, doch es kommen auch Marktfahrer aus dem Seeland, dem Jura, gar aus dem Berner Oberland», weiss Bolliger. Viele seien seit Generationen mit ihren Produkten in Solothurn anzutreffen, so wie Bolliger und sein Team selbst. «Im nächsten Jahr sind es 30 Jahre, dass wir mit Gemüse und Obst am Solothurner Märet präsent sind. Unser Stand befindet sich gerade bei der Jesuiten-Kirche».

Am Solothurner Wochenmäret gibt es «nur» Lebensmittel, Pflanzen und Blumen zu kaufen. «Natürlich gibt es auch bei diesen Produkten Modeströmungen», meint Bolliger, italienische Antipasti oder Käsespezialitäten beispielsweise. «Uns sind die Kunden, die sich mit ihren wöchentlichen Lebensmittelbedarf am Märet eindecken, sehr wichtig», betont der IG-Präsident.

So sei der Märet für die Produzenten attraktiv; für die Kunden sei der Mix des Angebotenen das A und O, erklärt er weiter. Zudem sei die Stadt Solothurn mit ihren Gassen eben das ideale Ambiente. Auch der historische Märet, der zusätzliche Kunden bringen soll, dürfe nicht bloss ein Rummelplatz sein.

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