Demenzzentrum Forst
Demenzzentrum Forst: Es muss wohl ein neuer Standort her

Das Demenzzentrum Forst feierte mit Marktständen, Festzelt und Konzerteinlagen das 20-jährige Bestehen. Die prächtige Kulisse konnte nicht darüber hinwegtrösten, dass «das Forst» ums Überleben kämpft.

Silvia Rietz
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Demenzzentrum Forst in Solothurn: Die 20-Jahr-Feier wurde auch von Zukunftssorgen überschattet
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Ein feines Buffet lud zum Jubiläumsschnaus
Drei Generationen am Forstfest Enkel Michael Pfluger mit Grossmutter Silvia Lichtensteiger und Mutter Katharina Lichtensteiger
Die Festbänke waren gut besetzt
Forst-Bewohnerin Lina Schwägli und ihre Enkelin Nadine Flury aus Hubersdorf
Mit 30 Plätzen ist die Zukunft des Pflegheims Forst ungewiss

Demenzzentrum Forst in Solothurn: Die 20-Jahr-Feier wurde auch von Zukunftssorgen überschattet

Silvia Rietz

Stiftungsratspräsident Urs Bentz erklärte, um die Zukunft zu sichern, müsse die Bettenzahl verdoppelt werden.«Mit nur 30 Betten ist es unmöglich, den Betrieb wirtschaftlich zu führen.» Obschon das 1820 erstmals erwähnte Haus viele Modernisierungen erlebte und mit historischem Charme punktet, seien die Gebäulichkeiten mühsam zu bewirtschaften. «Ein Erweiterungsbau am jetzigen Standort umzusetzen, dürfte sich schwierig gestalten. Der Stiftungsrat denkt auch über eine neue Liegenschaft nach.»

Es braucht eine «Demenz-Strategie»

Franz Müller von der kantonalen Fachstelle für Betreuung und Pflege attestierte, dass auf Alzheimerpatienten spezialisierte Heime mit höheren Kosten rechnen müssten als andere. Müller: «Ein historisches Gebäude ist für die heutigen Erfordernisse nicht mehr geeignet. Die Verantwortlichen müssen nach neuen Lösungen suchen.»

Peter Stalder, GSA Vize-Präsident, pflichtete dem bei. Er lobte Solothurn und die Stiftergemeinden, die sich auf den Anstieg von Demenzpatienten gut vorbereitet hätten. «Das Forst ist eine wichtige Institution, die sich gezielt für Demenzerkrankte einsetzt, ihnen ein erfülltes Leben garantiert.» Er wünschte der Trägerschaft, dass viele Gemeinden dem Beispiel folgten und sich das «neue Forst» realisieren lasse.

Erwartungen, die Geschäftsleiter Beat Kobi teilt. Hofft er doch, dass die Politik die anspruchsvolle Betreuungsarbeit anerkenne und der Kanton Solothurn eine «Demenz-Strategie» erarbeite.
Auch die Angehörigen schätzen das Forst-Angebot sehr. Wie Mediamatiker Michael Pfluger aus Solothurn, der gemeinsam mit seiner Mutter seine Grossmutter besuchte. «Seit das Grosi in dieser geschützten Atmosphäre lebt, geht es ihr ständig besser.»

Mehr Zeit für die Beziehungspflege

Tochter Katharina Lichtensteiger meint ebenfalls: «Das Demenzzentrum Forst ist ein Segen. Da ich mich nicht mehr um die ganze Infrastruktur kümmern muss, kann ich mich viel intensiver auf die Beziehung mit meiner Mutter konzentrieren.»

Die Zusammenarbeit mit dem «Forst»-Team bewertet die in Lommiswil wohnhafte Künstlerin als ausgewogen. «Das Team sagt mir jeweils, was es braucht, es entlastet mich und bombardiert mich nicht mit Banalitäten.»

«Know-how, Engagement und Kompetenzen, die selbstverständlich in ein allfälliges neues Forst eingebracht werden», ergänzt Geschäftsleiter Beat Kobi im Hinblick auf die Zukunft des Zentrums..