Solothurn

Dem Volkshaus läuft die Zeit davon

Kapitel geht zu Ende

Volkshaus

Kapitel geht zu Ende

Vorstadt Findet sich bis Ende Jahr kein Pächter fürs Restaurant, werden die Räume umgenutzt

«Für ein innovatives Konzept bräuchte es Mut», sinniert Roger Weber, der momentane Betriebsleiter des Café-Restaurants Volkshaus. Doch selbst Mut und Innovation haben dem Vorstadt-Lokal seit Jahrzehnten nie die Beständigkeit beschert, die man sich gewünscht hätte. Zahlreiche Pächter gaben sich im Turnus weniger Jahre die Klinke und den Wirteschurz in die Hand. Das Volkshaus hiess mal «Nelson», mal «Momo», mal «Gallo Nero». Und ein weiterer Wechsel steht nun an: Bis Ende Jahr muss ein neuer Pächter her, der den Betrieb in Eigenregie und -risiko anpackt. Doch das Ende des Gastrobetriebs des Volkshauses, das zurzeit mit drei Vollzeitstellen ferner mit Aushilfen im Stundenlohn betrieben wird, ist mit jedem Tag schwerer abzuwenden.

Noch Zeit bis Ende Jahr

Noch hat die Liegenschaftsbesitzerin, die Talus Informatik AG aus Seedorf, die Hoffnung nicht aufgegeben: «Wir versuchen, zusammen mit dem Grenchner Immobilienunternehmen Leimer einen Pächter für das Restaurant zu finden. Bis Ende Jahr geben wir uns dafür Zeit», erläutert Therese von Arx, Geschäftsleiterin der Firma Talus. Bisher führte das Unternehmen den Betrieb als GmbH auf eigene Rechnung und übertrug Roger Weber vor mehr als zwei Jahren die Betriebsleitung. Nun will sich aber das Informatikunternehmen auf ihr Kerngeschäft zurückziehen, die GmbH auflösen und die Verantwortung des Restaurants einem selbstständigen Pächter übertragen. Die anderen Mietparteien im Gebäude sind davon nicht betroffen.

Doch nicht zuletzt hat das Volkshaus mit demselben «Fluch» zu kämpfen, wie es schon bei den Vorgängern der Fall war. «Der Standort ist schwieriger zu führen als einer in der Altstadt», so von Arx. Umsatzmässig laufe es am Mittag zufriedenstellend, gerade wegen auswärtiger Kundschaft, die in Solothurn ihren Arbeitsplatz hat. «Für den Abend haben jedoch nicht mal unsere Konzept- und Angebotsanpassungen gefruchtet.» Die zusätzlichen Restauranträume, wie beispielsweise der Wengisaal oder das Dornacher Säli, würden eine flexible Auslastung ermöglichen. «Doch bei entsprechend grossen Anlässen müssten wir auch die Personalressourcen rauffahren, was oft nicht einfach so möglich ist», analysiert Therese von Arx weiter.

Falls bis Ende Jahr die Pächtersuche für das Restaurant und die dazugehörigen Räumlichkeiten (wie Dornacher Säli und Wengisaal) erfolglos bleibt, fasst man die Möglichkeit ins Auge, das Restaurant umzunutzen. Konkrete Absichten für diesen Plan B stehen aber noch aus.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1