Solothurner Fasnacht

«Deko-Junkies» haben mit «Don Kiwi Shot» wieder ganze Arbeit geleistet

Die Gruppierung «P–Rost» verwandelt die «Kronen»-Garage in ein Fasnachtslokal. Das Motto: «Don Kiwi Shot». Dieses Jahr wird eine Fasnachtsbeiz in dieser Lokalität aber zum letzten Mal möglich sein.

Bis die Solothurnerzahl 11 erreicht wird, dauert es zwar noch eine ganze Weile. Für ein viertes Mal frohes Treiben in der Fasnachtslokalität der Gruppierung «P-Rost» hat es dennoch gereicht. Die Solothurner Fasnachts-Nomaden sind aber für einmal nicht umgezogen. Sie haben sich für ein zweites Mal in der ehemaligen «Kronen»-Garage in der Seilergasse eingenistet.

Unter dem Motto «Don Kiwi Shot», eine Anlehnung an die Romanfigur Don Quijote – der Ritter von der traurigen Gestalt – tummeln sich ab Donnerstag wieder wohlgemut die Narren in der mittelalterlich dekorierten Garagen-Landschaft.

Seit zwei Monaten wird am Ritter mit der Kiwi-Lanze, geköpften Raben, dem Hausdrachen Rosso und anderem Wandbehänge sowie Requisiten gearbeitet. So gibt es auch die eine oder andere närrische Andeutung an Personen dieser Stadt und eine Hommage an die ehemalige Fasnachtshochburg, das «Jägerstübli», an denen sich die Gäste erfreuen können.

«Wir sind richtige Deko-Junkies und sind scharf auf Räume, in denen wir möglichst viele Freiheiten haben», sagt Wolfgang Wagmann, der sich selbst als Deko-Chef der Kerntruppe von «P-Rost» bezeichnet. In der Garage dürften sie alles bepinseln und verändern, ausser natürlich an der Statik. Der Grund, weshalb ein fixer Raum für das vierköpfige Kernteam wohl eher nicht infrage kommt: «Wir können das Raumprogramm an den Bedürfnissen der Fasnächtler anpassen, was in einer bestehenden Beiz nur bedingt möglich ist», so Wagmann.

Mehr als nur ein Disco-Tempel

In der mittelalterlichen Lokalität gibt es neu einen DJ-Turm und auch an der Beschallung wurde ein wenig getüftelt, da die Dekoration relativ viel Akustik des Raumes verschlinge. Abgesehen davon und der neuen Innenausstattung hat sich am Konzept der Fasnachtslokalität nicht viel verändert. «Wir wollen möglichst viele User-Gruppen der Fasnacht ansprechen», sagt Wagmann, «und sind daher nicht nur ein Disco-Tempel.» So gibt es nebst der Tanzfläche auch wieder Sitzecken und Bänke für Speis und Trank.

Der letztjährige «Circus Wieduwotsch» sei aber schon fast zum Fasnachtstreffpunkt mutiert, hat Wagmann das Gefühl. Wenn es solche Lokalitäten, wie die der «P-Rost», auch in Zukunft geben soll, müssten aber die Fasnacht interessierten Kreise vielleicht auch mal selbst Hand anlegen.

Selbst Hand anlegen ist meist mit viel Arbeit verbunden. Dies zeigt sich auch an der Anzahl der Arbeitsstunden, die das Projekt «Don Kiwi Shot» mit sich gebracht hat. Rund 1000 Stunden wurden in die Vorbereitung der Lokalität investiert. Zwar besteht das Kernteam aus lediglich vier Personen – zum Kerntram gehören auch Philipp Kaufmann und Philipp Aeschbacher–, schlussendlich hätten aber rund ein Dutzend mitgewirkt. Zudem würden sie mit dem Werkhof der Stadt zusammenarbeiten. Dieser hat zum Beispiel alte Fahnenmasten bereitgestellt und hat die öffentlichen Toiletten geliefert.

Die Zukunft ist ungewiss

Die Idee für das diesjährige Motto, welches Wagmann bereits im Sommer bereit hatte, wurde vom Team relativ einstimmig angenommen. Die grössten Auseinandersetzungen habe Wagmann jeweils mit seinem Sohn Daniel, welcher für die Technik in der Garage zuständig ist.

Der alteingesessene Fasnächtler und Redaktor der «Solothurner Zeitung» ist, was dies betrifft, äusserst pingelig. So dürfen zwischen dem ganzen Dekor zum Beispiel keine Lautsprecherboxen hervor blitzen. «Ich ärgere mich bereits über die grünen Notausgangs-Schilder», sagt Wagmann.

Zum zweiten Mal gibt es in der Räumlichkeit in der ehemaligen «Kronen»-Garage eine Beiz für die Narren der Stadt. Nach dieser Fasnacht hat es sich in der Garage aber ausgefasnächtlet, denn das Hotel Krone braucht den Raum. Wo, und ob «P-Rost» künftig noch eine Fasnachtsbeiz haben wird, ist momentan noch unklar. «Wenn sich keine Location anbietet, gibt es einfach keine Fasnachtsbeiz mehr», sagt Wagmann. Darüber mache er sich aber noch keine Gedanken.

Meistgesehen

Artboard 1