Ab Anfang 2017 erhält die Marienkirche in der Weststadt für 1,4 Mio. Franken eine grössere Auffrischung – in Form einer Sanierung der Böden, Säulen, Wände und Seitenfenster (wir berichteten). Aussen werden zudem Fassadenrisse und Verunreinigungen der Dachuntersicht gereinigt, so dass die 1954 eingeweihte «Pfarrkirche St. Maria Königin des Rosenkranzes» ab Juli 2017 wieder im alten Glanz erstrahlt.

Doch damit endet die Auffrischung nicht: Parallel dazu macht sich die römisch-katholische Kirchgemeinde ebenso Gedanken über die Umgebungsgestaltung. Zurzeit befindet sich ein Gesamtkonzept in Arbeit, das sowohl der Ästhetik als auch Sicherheitsaspekten Rechnung tragen soll. «Das Areal ist verwildert», stellt Karl Heeb, Kirchgemeindepräsident, fest.

So fällt auf, dass die üppige Begrünung je nach Perspektive die Sicht auf den Kirchenbau nimmt. «Ausserdem existieren alte Bäume, bei denen die Gefahr besteht, dass Äste herunterfallen.» Und da der Park auch begehbar ist, habe die Kirchgemeinde erst recht eine Verantwortung.

So wurden kürzlich westseitig der Marienkirche bereits zwei Föhren und Zwei Tannen gefällt – aus Sicherheitsgründen, so Heeb. «Die Bäume waren krank und zu nahe am Gebäude.»

Sicherheit und Baumerhalt

Bis zur Fertigstellung des Konzepts sind weitere zwischenzeitliche Arbeiten vorgesehen – konkret: Eingriffe zur Entlastung und Sicherung der Krone bei einer Rosskastanie, einer Stileiche sowie zwei Maulbeerbäumen.

Die Arbeiten werden laut Heeb durch eine spezialisierte Baumpflegefirma durchgeführt. «Diese Pflegemassnahmen haben zum Ziel, die Bäume im Umfeld der Kirche zu erhalten.»
Gian Töndury hingegen vermutet etwas anderes: Der Kunstschaffende wohnt in der Weststadt und hat die bereits gestarteten Abklärungen mit Argwohn zur Kenntnis genommen.

Nach einer Konfrontation mit vor Ort anwesenden Arbeitern befürchtet er eine grössere Fällaktion. «Die Marienkirche ist wie eingewachsen, organisch», so sein Eindruck des öffentlichen Ensembles.

Insbesondere die Akazien sollen unbestätigten Informationen zufolge gefällt werden. Auch stehen bereits erste Profile für Baumpflanzungen. «Dass man sonst dem Wildwuchs zu Leibe rückt, dagegen hat niemand etwas», wendet Töndury ein.

«Wir gehen nicht planlos mit der Motorsäge auf die Bäume los», hält indes Heeb den Befürchtungen entgegen. Das Gesamtkonzept zur Arealgestaltung werde die Kirchgemeinde zusammen mit Fachleuten und der Baukommission ausarbeiten. Ebenso müsse diesem Konzept ein Budget zugrundegelegt und entsprechend genehmigt werden.

Umgesetzt werden könnten die Massnahmen womöglich bereits ab diesen Herbst. «In diesem Rahmen ist es möglich, dass Fällungen und Neupflanzungen nötig werden», sagt Heeb. In welchem Ausmass Bäume durch andere Bäume ersetzt werden, lässt sich derzeit aber nicht sagen. Zurzeit seien aber noch keine Fällungen geplant.

Derweil will Töndury zusammen mit anderen Quartierbewohnern der Kirchgemeinde bei ihren nächsten Planungsetappen genauer auf die Finger schauen.