Zuchwil
Das Theater Mausefalle hat sich sehr entwickelt

Remo Streit sieht seinen Rücktritt vom Präsidentenamt als Chance für das Kleintheater. «Der Grundstein für eine blühende Zukunft ist gelegt. Die Strukturen haben wir jetzt erarbeitet», sagt Streit.

Simon Wyss
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Remo Streit präsidiert den Verein Mausefalle nur noch bis im nächsten Jahr.

Remo Streit präsidiert den Verein Mausefalle nur noch bis im nächsten Jahr.

Zur Verfügung gestellt

Das Theater Mausefalle ist längst ein Begriff in der Solothurner Kulturszene. Es hat sich in den letzten Jahren stetig weiter entwickelt. Nebst der Vereinsgründung war für das Theater der Umzug nach Zuchwil ein wichtiger Meilenstein. Dieser verhalf dem Laientheater zumindest organisatorisch zu mehr Professionalität. Der Verein zählt heute etwa 60 Mitglieder.

Wechsel in der Organisation

Seit 2011 ist Remo Streit Mausefalle-Präsident. Vor kurzem gab er seinen Rücktritt bekannt. Dieser soll im Jahr 2015 erfolgen. «Ich möchte zu einem Zeitpunkt aufhören, zu dem es strukturell gut läuft», begründet Streit. In den letzten fünf Jahren ist viel passiert. 2009 wurde der Verein erst gegründet, 2011 zog die Gruppe in ein neues Lokal in Zuchwil. Der Umzug habe sich gelohnt. «Jetzt sind die nötigen Strukturen räumlich und organisatorisch gegeben», so der amtierende Präsident. «Der Grundstein für eine blühende Zukunft ist gelegt. Die Strukturen haben wir jetzt erarbeitet», so Streit. «Die letzten fünf Jahre waren eine wunderbare Zeit.» Nach einer intensiven Präsidentschaftsperiode möchte er jemand anderem Platz machen. Er selber ist seit 16 Jahren Mitglied der Mausefalle und will auch nach seinem Rücktritt aus der Organisation weiterhin im Verein aktiv bleiben.

Seit über 40 Jahren wird gespielt

Die Gründung der Mausefalle geht zurück in die 60er-Jahre. Rudolf Fischer begründete das Theater mit einer Schulklasse, die den im Lateinunterricht an der Kantonsschule Solothurn gelesenen Text einstudieren und auf die Bühne bringen wollte. Später überzeugten die Maturanden Fischer davon, mit ihm auch nach der Matur noch weiterzuspielen. Die «Schauspielgruppe Fischer» wurde 1984 aus der Taufe gehoben. 1993 ging Fischers Traum eines eigenen Theaters in Erfüllung. Der Standort an der Grenchenstrasse wurde mit dem Stück «Die Mausefalle» von Agatha Christie eröffnet. Daher stammt auch der Name. 1996 gab sich die Schauspielgruppe Fischer einen neuen Namen: Unter dem Titel «Theatro Mobile» tourten sie durch die ganze Schweiz. 1997 zog das Theater um an die Bielstrasse 80. Am 1. August 2009 wurde der Verein gegründet. Die nächste Herausforderung winkte bereits 2011. Für den Umzug in die ehemalige Mitarbeiterkantine der Firma Sulzer in Zuchwil wendeten die Vereinsmitglieder rund 3000 ehrenamtliche Stunden auf. (swh)

Profil des Nachfolgers

Noch ist nicht klar, wer der neue Präsident oder die neue Präsidentin wird. Einen Kandidaten kann Streit noch nicht nennen. Den Steckbrief der neuen Person gibt er jedoch bekannt. «Sie soll neue Ideen bringen und viel Herzblut investieren, das ist ganz wichtig», verkündet der 28-Jährige. Das Alter des Kandidaten sei dabei zweitrangig. «Es würde mich freuen, wenn es eine junge Person wäre», so Streit. «Wichtig ist auch, dass der Nachfolger motiviert ist.» Eine interne Kandidatur wäre von Vorteil. Dabei muss die Person vor allem gute Kommunikationsfähigkeiten besitzen. In das Aufgabengebiet gehören neben dem Bereich Marketing die Mithilfe in der Finanzplanung und das Führen der verschiedenen Ressortleiter. «Auch die Zusammenarbeit mit anderen Kulturstätten könnte man noch weiter ausbauen», so der gebürtige Zuchwiler. Der Stundenaufwand pro Woche betrage rund fünf Stunden. Auch kleine Aufgaben wie das Bedienen der Bar gehörten dazu.

Genügend Nachwuchs

An spielendem Nachwuchs fehlt es nicht. Die Starterkurse werden gut besucht. Mangelware besteht dafür an einem anderen Ort. Es gibt zu wenige Spielplätze. «Wir haben bereits bis im Jahr 2016 vorgeplant», gibt Streit an. Dabei sind es die Schauspieler selber, welche die selbst gewählten Stücke im Spielplan eingeben. Regie führen die Mitwirkenden selbstständig. Innerhalb des Ensembles existieren keine festen Gruppen. Für jedes Stück werden diese neu zusammengestellt. Das Bühnenbild bauen die Spielenden selber. In einem Zeitraffer-Video auf Youtube ist klar ersichtlich, dass die Freiwilligen viel Zeit dafür investieren. Auch für die Technik ist das Ensemble selber verantwortlich.

Auf dem Mausefalle-Programm stehen jedoch nicht nur altbekannte Stücke wie beispielsweise «Biedermann und die Brandstifter» von Max Frisch. Auch neuzeitliche Produktionen wie beispielsweise «Gut gegen Nordwind» von Daniel Glattauer kommen nicht zu kurz. Drei Mitglieder schrieben einst selber das Theaterstück «Montags ist sie nie da». Ehrenpräsident Rudolf Fischer brachte zuvor das selbst geschriebene Stück «Die Leiche im Fischteich» auf die Bühne.

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