Stadttheater
Das Stück «Barbaren» feiert am Freitag in Solothurn Schweizer Premiere

Maxim Gorkis Barbaren aus dem Jahre 1905 wurde noch nie in der Schweiz aufgeführt. Das Stück feiert nun unter der Leitung von Katharina Rupp im Stadttheater Solothurn Premiere.

Fränzi Rütti-Saner
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Katharina Rupp, Regisseurin.

Katharina Rupp, Regisseurin.

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Katharina Rupp, dass Maxim Gorkis «Barbaren» aus dem Jahr 1905 noch nie in der Schweiz aufgeführt wurde, ist doch erstaunlich. Welchen Grund dafür könnte es geben?

Katharina Rupp: Mich hat das auch gewundert. Das Stück gehört halt nicht zu den bekannten Klassikern von Gorki. In Deutschland wird es aber öfters gespielt. Es war das treffende Stück zur «Wende» anfangs der Neunziger Jahre.

Sagen Sie uns etwas zum Inhalt.

Es geht um Kolonialisierung und um die Gegensätze und Befindlichkeiten von Provinz und Metropole. Etwas, was uns auch immer wieder beschäftigt. Gerade wenn wir an das vergangene Abstimmungswochenende denken. Städter wollen den Fortschritt vorantreiben, Landbewohner das Traditionelle bewahren. Das wird anhand einer Geschichte von zwei Ingenieuren, welche die Eisenbahn in die russische Provinz bringen wollen, dargestellt. Gorki geht es aber auch immer um die Politik im Privaten, um menschliche Schicksale. Und das hat er in diesem Stück glänzend konzipiert. Letztendlich scheitern alle an ihren Erwartungshaltungen und Vorurteilen.

Hat man als Regisseurin einer Schweizer Erstaufführung mehr Freiheiten bei der Inszenierung?

Nicht unbedingt. Zuerst einmal geht es mir darum, die Geschichte zu erzählen. Sie ist allerdings so vielschichtig, dass die Themengewichtung automatisch zur Interpretation wird.

Im Stück sind Ensemblemitglieder, Gäste und Schauspielschüler zu sehen. Eine besondere Herausforderung für die Regie?

Gorkis Stücke mit über 20 Personen zur Aufführung zu bringen – das machen auch die grossen Bühnen kaum mehr. Wir allerdings sind froh um die Unterstützung von Studenten. Das ermöglicht uns, den Nachwuchs in der Arbeit kennenzulernen und bietet den Jungen die Gelegenheit, den gesamten Stadttheater-Apparat zu erleben. Für uns quasi eine Frischzellenkur.

Viele Jahre standen Sie selbst als Schauspielerin auf der Bühne. Seit 16 Jahren inszenieren Sie. Würde eine Rolle Sie nicht auch wieder einmal reizen?

Ich habe mich von der Schauspielerei vorläufig verabschiedet, es brennt mich nicht, eine Rolle zu übernehmen. Die Regiearbeit füllt mich voll und ganz aus. Besonders hier in Solothurn, wo dazu noch eine ganze Reihe anderer Aufgaben gehören. Besonders auch, wenn ich an die nächste und übernächste Saison denke. Sagen wir mal so: Ich vermisse das Schauspielern nicht so, dass es mich quält.

«Barbaren» Premiere morgen Fr, 15.3., 19 Uhr. Weitere Aufführungen: Fr, 18.1.; Di, 19.2.; Do, 21.2.; Mi, 6.3. jeweils 19.30 Uhr; Sa, 23.3., 19 Uhr. Premiere Biel: Do, 24.1., 19.30 Uhr.

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