Solothurn
Das Stadttheater ist zeitlich und finanziell auf Kurs geblieben

Nach dem Fund der Barockmalereien von Felix Joseph Wirzim, kullerten bei Denkmalschützern die Freudentränen – und bei den Bauplanern rann der Schweiss. Nun geht die Bauplanung in die zweite Runde.

Andreas Kaufmann
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Dank Barockmalereien wird der Saal ab Dezember 2014 zusätzlichen Charme versprühen.

Dank Barockmalereien wird der Saal ab Dezember 2014 zusätzlichen Charme versprühen.

kt. Denkmalpflege

Waren doch im Sommer 2012 bei Abklärungen für die Sanierung des Stadttheaters im Theatersaal wider Erwarten Brüstungsmalereien des Barockmalers Felix Joseph Wirz zum Vorschein gekommen.

Andrea Lenggenhager, Chefin des Stadtbauamts, erinnert sich: «Der Fund hatte eine Umplanung des Theatersaals zur Folge.» Die durchdachten und vom Volk abgesegneten Umbaupläne mussten also neu überdacht werden. Aktuell liegt bis zur Einsprachefrist vom 7.Februar das überarbeitete Sanierungsprojekt zur Einsicht auf.

Weniger Sitzplätze im neuen Saal

Schützenswert sind die Balkenlage der beiden Zuschauerränge, weiter die bemalte Brüstung und die Eisensäulen. Bis auf den zweiten Zuschauerrang bleiben die Raumhöhen erhalten – entgegen dem ursprünglichen Projekt, das eine Erhöhung der Saaldecke vorgesehen hatte. Die nach Urplanung vorgesehenen 280 Sitzplätze werden auf 262 reduziert – dies, weil die Zuschauerränge erhalten bleiben.

Auch werden die schützenswerten Stützen die Sicht mehr einschränken als geplant. Mit dem Einbau einer Betondecke werde den sicherheitstechnischen Anforderungen Rechnung getragen. Abstriche gibt Lenggenhager in Bezug auf die Behindertenzugänglichkeit zu bedenken: Neben fünf fixen IV-Plätzen wird es aufgrund der Redimensionierung nur sechs statt zehn demontierbare Plätze geben. Die Beinfreiheit, so beruhigt Lenggenhager, könne gegenüber heute dennoch verbessert werden.

Zustupf von Kanton in Aussicht?

Gebilligt hatte im vergangenen März das Stimmvolk ein Investitionsvolumen von knapp 20 Mio. Franken. Auf die Frage, ob aufgrund des Barockfunds nun Mehrkosten zu erwarten seien, gibt Lenggenhager Entwarnung: «Wir sind der Meinung, dass die zusätzlichen Kosten für Umplanung und bauliche Anpassungen mit der Bauherrenreserve sowie mit denkmalpflegerischen Beiträgen aufgefangen werden können.»

Die dafür anberaumte Bauherrenreserve allein beträgt rund 600000 Franken. Was Beiträge der kantonalen Denkmalpflege angeht, müsse man die Unterschutzstellung des Stadttheaters abwarten: «Solange diese Beiträge von Kanton und Bund nicht vorliegen, können wir auch keine definitiven Kosten kommunizieren», sagt Lenggenhager weiter.

Was für die Einhaltung des Geldbudgets gilt, gilt auch fürs Zeitbudget: «Der Baubeginn erfolgt wie geplant diesen Juli, die Inbetriebnahme des umgebauten Stadttheaters dann im Dezember 2014.» Zufrieden zeigt sich Lenggenhager darüber hinaus auch mit den substanziellen Anpassungen im Theatersaal: «Seit dem Fund letzten Sommer wird der Umbau des Theatersaals mit allen Fachstellen und dem Theater als Betreiberin intensiv bearbeitet und optimiert.

So konnte trotz des Erhalts der historischen Bausubstanz in Bezug auf den heutigen Komfort sehr viel verbessert werden. Insbesondere gewinnbringend sei, dass die klassizistischen Malereien von Wirz – man könnte sagen als Weihnachtsgeschenk fürs 2014 – in restauriertem Glanz erstrahlen werden.