Der Umbau des Stadttheaters läuft auf Hochtouren. Ein Blick in den Theatersaal, das Haus Krieg und das Administrationsgebäude lässt kaum mehr erkennen, was sich in diesen Gebäuden einmal abspielte. Innerhalb von fünf Monaten wurden die Häuser in eine riesige Baustelle verwandelt.

Die verschiedenen Ebenen sind zurzeit nur über ein imposantes Stahlgerüst erreichbar. Von den alten Treppenaufgängen ist nichts mehr zu sehen, im total ausgehöhlten Administrationsgebäude, bei dem die erstaunliche Höhe des Hauses sichtbar wird, fehlt das Dach, und wo einst die Wände der Garderoben und des Cafés waren, fällt ganz ungewohnt der Blick auf die Holzbalken des Hauses Krieg.

Tonnenweise Schutt

Schwere Baumaschinen sind in den letzten fünf Monaten aufgefahren und haben tonnenweise Material zu Schutt gemacht. «Gegenwärtig sind drei Unternehmen auf der Baustelle und arbeiten auf allen Ebenen», erzählt Projektleiter Lukas Reichmuth, Chef Hochbau, den zahlreich erschienenen SP-Mitgliedern an einem Parteianlass.

Es sei wichtig, die alten Konstruktionen zu sichern, vor allem auch, weil die vom Brandschutz vorgeschriebene Betonanbringung mehr Gewicht habe als die bisherigen Konstruktionen.

Wo jüngst noch die Kantonsarchäologie auf vergessene Keller und altes Gemäuer stiess, machen erste Betonböden die Begehung wieder einfacher, und die bereits sichtbaren Durchbrüche in die Fischergasse und das neue Café geben eine Ahnung, wie es hier im Dezember 2014 aussehen wird, wenn die Theaterleute wieder einziehen können. Immerhin ist die erste Aufführung im renovierten Theater auf den Januar 2015 geplant.

Neues mit Altem verbinden

«Es ist eindrücklich, was hier alles herausgerissen wurde», sagt die Leiterin des Stadtbauamtes, Andrea Lenggenhager, beim nächtlichen Augenschein und ergänzt: «Wir haben mehr abgebrochen als geplant.» Die Grobplanung sei nun aber definitiv abgeschlossen und die Detailplanung könne an die Hand genommen werden. Dabei gehe es um die Farbgestaltung und die Materialisierung. Während dies eher im Hintergrund abläuft, sind die Architekten und das Stadtbauamt vorläufig immer noch stark auf die Baustelle fokussiert.

Äusseres soll gleich bleiben

In allen Gebäuden wird viel Wert auf die Behebung der sicherheitsrelevanten Mängel gelegt. Die Holzkonstruktionen seien in gutem Zustand und könnten teilweise erhalten bleiben. Welche Balken im Haus Krieg abgebrochen werden müssen, ist zurzeit noch ungewiss. Klar ist, dass das Äussere dieses Hauses nicht verändert wird. «Neues wird mit Altem verbunden», sagt Lenggenhager. Zurzeit sind 78 Prozent der Gesamtkosten vergeben und mit Verträgen fixiert. Der grösste Teil der am Umbau beteiligten Unternehmen stammt aus der Region.

Denkmalpfleger Stefan Blank ist davon überzeugt, dass Solothurn nach dem Umbau nicht nur das älteste, sondern auch schönste Theater der Schweiz haben wird. Dendrochronologische Abklärungen haben bewiesen, dass die neu entdeckten Malereien an den Saal-Brüstungen aus dem Jahr 1778 stammen, als das Theater in die Jesuitenschule eingebaut wurde.

Die Brüstungen wurden inzwischen ins Atelier der Restauratorin Brigitta Berndt transportiert. Dort werden die Malereien, die nur wenige Fehlstellen aufweisen, von den stark klebenden Tapeten mithilfe von Warmluft und Feuchtigkeit sorgfältig befreit. Die Feinarbeiten erfolgen dann an Ort und Stelle. Was von diesen Malereien zu erwarten ist, zeigte der Denkmalpfleger im Kreuzsaal anhand von zwei bereits restaurierten Motiven. Sie stiessen auf Begeisterung.