Konzert
«Das Solothurner Publikum wird das beste, liebste und hübscheste sein»

Florian Ast und Francine Jordi sind auf Promotour für die gemeinsame neue CD. Das neue Traumpaar der Schweizer Musikszene tritt am 4. Dezember im Solothurner Konzertsaal auf.

Fränzi Rütti-Saner
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Francine Jordi und Florian Ast beim gemeinsamen Interview in der Lounge des Hotels Ramada über den Dächern von Solothurn.

Francine Jordi und Florian Ast beim gemeinsamen Interview in der Lounge des Hotels Ramada über den Dächern von Solothurn.

Solothurner Zeitung

Neue CD, neue Konzerttournee, neue Liebe. Bei euch läuft es ja rund.

Francine: Ja, wir sind glücklich und momentan am Promoten unserer neuen CD, und deshalb ist unser Terminkalender voll.
Flöru: Wir kommen aus Biel und waren vorher noch beim Radio 32, am Nachmittag sind wir in Luzern.

Jetzt tretet Ihr gemeinsam auf. Eine völlig neue Erfahrung auf der Bühne?

Francine: Die Konzertvorbereitungen sind intensiver. Was man früher für sich alleine durchdachte, muss man jetzt mit dem Partner absprechen.
Flöru: Stimmt. Doch es ist kein Problem. Ich habe mich immer abgesprochen, auch mit den Musikern. Es wird sich höchstens für mich dahin gehend verändern, als dass es jetzt jemanden gibt, der mich beim Plaudern mit dem Publikum stoppt. Wir beide sind aber auf der Bühne sehr spontan. Das wird auch beim gemeinsamen Auftritt so sein.

Ihr kennt euch ja auch schon länger, nicht erst, seit ihr ein Paar seid, konnte man lesen. Auch musikalisch?

Francine: Das stimmt eben gar nicht. Klar kennen wir uns, seit wir mit der «Träne» gemeinsam aufgetreten sind. Allerdings nicht sehr gut, auch musikalisch nicht.
Flöru: Wir lernten uns erst im vergangenen Jahr bei der Arbeit am gemeinsamen neuen Album «Lago Maggiore» noch besser kennen.

Und wie wirkt sich dieses Kennenlernen auf der Bühne aus? Was kann euer Publikum erwarten?

Francine: Ganz sicher ein unterhaltsames Konzert. Mit Sicherheit singen wir Balladen...
Flöru: ...und einiges anderes, als das, was viele erwarten. Es gibt zwei Sets für ein abendfüllendes Konzert.

Und welches Publikum erwartet ihr: Eher die Francine- oder eher die Flöru-Fans?

Flöru: Ich denke, das wird gemischt sein. Wir wissen es nicht und sind gespannt. Es wird auf jeden Fall das beste, liebste, hübscheste und netteste Publikum sein. Ich freue mich «wie ne More».

Welche Beziehungen habt ihr eigentlich zu Solothurn?

Flöru: Ich liebe Solothurn. Ich habe hier meine Lehre absolviert und bin schon mehrmals hier aufgetreten. Es war immer toll.
Francine: Ich bin schon zweimal in Solothurn aufgetreten, und ich fühle mich hier schon fast wie zu Hause. Es gibt noch eine andere Verbindung zu Solothurn respektive zum Kanton Solothurn. In Oberbuchsiten, im Restaurant Chutz, wirten ganz liebe Freunde von mir. Ausserdem gibt es dort das beste Fondue der Schweiz.
Flöru: Solothurn hat sich in den vergangenen Jahren wahnsinnig positiv verändert. Jedes Mal, wenn ich hierher komme, freue ich mich an neuen Geschäften und Lokalen. Übrigens weiss ich, wo es hier die beste Salatsauce gibt.

Wirklich? Wo denn?

Flöru: Im Jägerstübli. Aber ich glaube, die Wirtsleute haben aufgehört. Stimmts?

Ja. Aber das Restaurant wird weitergeführt. Vielleicht mit dem gleichen Salatsaucen-Rezept. War es denn euer Wunsch, auf eurer Tournee in Solothurn haltzumachen?

Flöru: Ja. Ich wollte nach Solothurn kommen. Der Konzertsaal passt auch hervorragend zu unserem Programm.
Francine: Und ich wollte nach Bern...

Wie sieht die Zukunft aus? Seid ihr jetzt immer zusammen unterwegs?

Francine: Nein, wir trennen uns wieder. Keine Angst, nur musikalisch. Diese CD und die Konzert-Tournee sind aber eine einmalige Sache. Danach geht jeder seinen musikalischen Weg weiter.
Flöru: Wer uns also zusammen auf der Bühne erleben will, muss eines dieser Konzerte besuchen. Wir werden sie ganz sicher nicht verlängern. Wir verfolgen damit auch keinen finanziellen Hintergedanken. Wir leben sowieso von der Liebe.
Francine: Ich werde wieder in die Schlagerwelt zurückgehen. Das ist meine Welt. Ich fühle mich wohl dort.
Flöru: Und ich werde ganz sicher Mundart-Rocker bleiben. In der Schlagerwelt habe ich als Sänger nichts verloren, und ich würde dort auch nicht akzeptiert. Ausser als Produzent. Dort sehe ich schon noch Möglichkeiten für mich. Das würde mich reizen.

Du hast also keine Berührungsängste mit der Schlagerwelt, Flöru?

Flöru: Nein. Auch keine mit Hollywood-Produktionen. Wichtig ist einfach, dass der Künstler etwas können muss. Es geht um die Musik.

Ihr habt sicher im Vorfeld auch diejenigen Stimmen gehört, die meinten, eure Liebe sei ein ganz guter PR-Gag zur Lancierung der neuen CD.

Francine: Da werde ich richtig wütend. Was müssen das für kranke Menschen sein, die so etwas in die Welt setzen? Die Liebe ist viel zu kostbar, als dass man sie so benutzen darf. Wir hatten beide nie erwartet, dass unsere Beziehung ein solch riesiges Thema wird. Dass wir jetzt zusammen unterwegs sind und unsere CD und die Konzerte promoten, gehört zu unserem Business. Wir sind Musiker und Interpreten.

In den Boulevard-Medien wart ihr ja eine Zeit lang omnipräsent.

Flöru: Wir mussten das einfach über uns ergehen lassen und warten, bis sich die Leute wieder mehr für unsere Musik interessieren. Und das tun sie inzwischen auch wieder. Wir haben vieles über uns gelesen und uns gefragt, wen interessiert denn das? Die ganze Boulevardpresse kann sich für uns auch nachteilig auswirken: Wer will denn noch unsere Musik hören, wenn er täglich in den Klatschspalten von uns liest. Davor habe ich ein wenig Schiss.
Francine: Von den vielen Interview-Anfragen haben wir vielleicht 20 Prozent wahrgenommen und gehofft, so das Geschriebene einigermassen unter Kontrolle zu halten. Es ist leider nicht ganz gelungen.
Flöru: Da kommt mir noch in den Sinn, wir könnten doch in Solothurn, am 4. Dezember, noch ein wenig Strassenmusik machen.
Francine: Das muss ich mir noch überlegen. Wir haben an diesem Tag das Konzert am Abend und andere Termine.
Flöru: Sie überlegt immer etwas länger als ich. Zum Glück.

Florian Ast und Francine Jordi treten am 4. Dezember um 20 Uhr im Konzertsaal Solothurn mit ihrem neuen Programm auf. Für alle, die kein Konzertticket mehr erhalten konnten, spielen Francine Jordi und Florian Ast als Strassenmusikanten am 4. Dezember ab 13 Uhr in der Hauptgasse (auf Höhe Cheschtele-Muni) 2 bis 3 Lieder. Ein allfälliger Erlös geht an ein Kinderhilfswerk.

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