Musikschule Solothurn
Das Solothurner Ferienhaus in Saanenmöser zittert und bebt vor Musik

28 Kinder der Musikschule Solothurn verbringen diese Woche im städtischen Ferienheim in Saanenmöser. Wie lange jemand ein Instrument spielt ist dabei nicht von Bedeutsamkeit.

Jasmin Heri
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Die Kinder musizieren auf Saanenmöser im Ferienlager. Es gibt Gitarren, Klarinetten, Flöten, Bratschen, Geigen, Cellos und Pianos
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Musiklager der Stadt Solothurn in Saanenmöser
Zwei Gitarristen üben fleissig auf ihrem Instrument
Zwei der sechs Jungs spielen Blockflöte
Sophie beim Mittagessen
Vor dem Haus macht Roman mit den Kids einen Parcours
Selina übt auf ihrem Cello im Gang
Rebekka zeigt was sie auf ihrer Querflöte drauf hat
Roman (rechts) bringt dem 12-jährigen Simon ein Lied auf dem Klavier bei

Die Kinder musizieren auf Saanenmöser im Ferienlager. Es gibt Gitarren, Klarinetten, Flöten, Bratschen, Geigen, Cellos und Pianos

Jasmin Heri

Stolz erhebt sich das Solothurner Ferienheim vor der Bergkulisse im Saanenland. Im Wind weht die rot-weisse Stadtflagge. Nur einzelne Grasflecken lassen den Frühling erahnen. Umgeben von weiten Schneefeldern liegt das Haus mit den roten Fensterläden im bernischen Saanenmöser. Bereits ausserhalb des Ferienheims finden einzelne musikalische Klänge den Weg zum Ohr. Im Inneren des Hauses bringen Streich-, Blas- und Tasteninstrumente die Luft zum Vibrieren. Musik füllt jede Ecke des alten Hauses. 28 Kinder der 3. bis 6. Klasse nehmen an dem Musiklager teil. Einzige Voraussetzung: Es muss ein Instrument an der Musikschule der Stadt Solothurn erlernt werden, ob seit einem halben Jahr oder vier spielt keine Rolle.

Gut gelernt in der Gruppe

Aufgeteilt nach den Instrumenten üben die Musiker im ganzen Haus verstreut. Siri und Selina streichen im Gang über ihre Cellos, bis die Flötengruppe sie als Störenfriede in ein Zimmer scheucht. Es ist schwierig, in dem alten, ringhörigen Ferienheim ein unbehelligtes Plätzchen zu finden: Am einen Ende des Ganges üben die Flötisten, am anderen die Streicher, im Esszimmer die Pianisten, im Aufenthaltsraum die Gitarristen und ganz oben die Saxofonisten. Die Cello-Spielerinnen finden trotzdem ein freies Zimmer und proben zwischen Bett, Stühlen und Tisch auf ihrem Streichinstrument. Erst kurz vor Mittag finden die Gruppen zusammen und üben gemeinsam für das Vorspiel in der Aula nächsten Dienstag. «Wir haben Anfänger und Fortgeschrittene.

Ferienheim mit neuem Gesicht

Neben den zahlreichen jungen Musikern hat das Ferienlager eine neue Hauswartin. Sie sei aber nicht musikalisch, sagt Andrea Blum. Dafür ist die 36-Jährige eine Alleskönnerin. Die gelernte Detailhändlerin hat verschiedene Jobs wie Landwirtschaftsgärtnerin oder Snowboardverkäuferin gemeistert. Seit vergangenem Jahr ist sie die neue Hauswartin des Ferienheims. «Alle Aufgaben verrichte ich gerne, aber am liebsten bin ich draussen mit dem Traktor unterwegs», sagt die Saanerin. (JHS)

In Kleingruppen können sie sehr voneinander profitieren», erklärt die Lagerleiterin Beatrice Schneider. «Beim gemeinsamen Spiel lernen die Schüler mit anderen Instrumenten zu musizieren, wie im Orchester.» Der Einzelunterricht der Musikschule wird zum Gruppenunterricht. Gitarrenlehrer Ralf Lips findet dies eine gute Lernmethode: «Einige meiner Schüler geben Vollgas in der Gruppe, mehr als im sonstigen Unterricht.» In der Musikschule seien nicht genügend solche Möglichkeiten vorhanden.

Junge Musiker mit Herzblut

Rebekka ist 12 Jahre alt und besucht zum zweiten Mal das Musiklager: «Mir macht es viel Spass, mit anderen zu musizieren», so die junge Solothurnerin. Die Jüngste im Bunde, die achtjährige Sophie, ist schon heute mit vollem Elan dabei. «Sie hat am meisten Energie von allen», räumt Schneider lachend ein. Der blonde Wirbelwind schläft nachts neben der Klarinette: Immer vor dem Schlafengehen legt sie ihr Lieblingsinstrument auf einen kleinen Hocker neben dem Bett, wie eine Trophäe. Die Hilfsleiter Kathleen, Lisa und Roman sind ebenfalls junge, aufstrebende Musiker: Alle drei absolvieren derzeit die musikalische Matura an der Kanti Solothurn und greifen den Musiklehrern unter die Arme.