Guggenmusik
Das Revier der Konfettistampfer sind die Gassen und Brunnen

Die Grossgugge der Konfettistampfer bereichert seit 25 Jahren die Fasnacht in Honolulu. Dieses Jahr ist sie mit 37 Mitgliedern unterwegs - da ist es schwierig eine Beiz mit einem solchen Fassungsvermögen zu finden.

Wolfgang Wagmann
Drucken
Teilen
Rot-weiss, aber individuell: Mit unterschiedlichsten Schnittmustern feiern die Konfettistampfer zum Jubiläum Einheit in Vielfalt.

Rot-weiss, aber individuell: Mit unterschiedlichsten Schnittmustern feiern die Konfettistampfer zum Jubiläum Einheit in Vielfalt.

Oliver Menge

Sie ist immer ein imposanter Anblick: die Grossgugge der Konfettistampfer. «Aktuell zählen wir 37 Mitglieder», hält Ober-Konfetti Florian Marrer fest. Damit werde es einmal mehr schwierig, überhaupt Beizen mit einem solchen Fassungsvermögen zu finden, unkte Marrer schon vor der Fasnacht. «Aber draussen auf der Gasse kommt unser Volumen so richtig zur Geltung», weiss er sich in bester Gesellschaft mit den Weihereschränzern Riedholz oder den Guggeschränzern.

Zusammen mit den Konfettistampfern ein Trio, das Dienstagnacht einmal mehr mit dem 12i-Chlapf für ein fulminantes Fasnachtsfinale sorgt, das allerdings fasnachtsintern immer wieder für Sicherheitsdiskussionen sorgt.

Vom Konfetti zum Stampfer

1989 formierten sich die Konfettistampfer als vorerst noch recht bescheidenes Häuflein. «Und 1990 durften wir am grossen Umzug noch gar nicht mitlaufen», weiss Florian Marrer. Erst 1991 sei das dann möglich geworden. Doch das neue GUSO-Mitglied gedieh prächtig, und «in der Folge waren wir immer so um die 40 Nasen.»

Wer Konfettistampfer oder -stampferin werden möchte, «kann sich bewerben. Auch wenn jemand gar kein Instrument beherrscht, muss das kein Hinderungsgrund sein», lacht das Ober-Konfetti. Aber natürlich suche man auch immer Leute, um ein Register von Instrumenten möglichst optimal besetzten zu können.

Auch auf eine altersmässig gute Durchmischung der Gugge werde geachtet. «Im Schnitt liegen wir zwischen 30 und 35 Jahren.» An der Generalversammlung Ende April, wenn jeweils ein neues Konfettistampfer-Jahr beginnt, werden die vom Vorstand vorgespurten Neuaufnahmen durch die Mitglieder bestätigt. Florian Marrer: «Die neuen Mitglieder müssen sich zwei Jahre lang als Novizen bewähren. Dann dürfen sie sich noch in einer Aufnahmeprüfung am Märet-Fescht produzieren.»

Basisdemokratischer Entscheid

Die Musik der Konfettistampfer – getragen von schlagkräftigem Rhythmus und einer starken Bläserbesetzung – kommt mitunter rockig daher, «manchmal darfs aber auch swingig-groovig sein», so Marrer. Über den visuellen Auftritt befinden die Mitglieder basisdemokratisch mit je einer Stimme, die sie haben. «Heuer wollten wir zum 25-Jahr-Jubiläum einfach in den Farben Rot und Weiss auftreten.» Das führte zu einem ungewöhnlichen Vorgehen: «Jedes Mitglied erhielt für einmal nur den Stoff, aber kein Schnittmuster.»

Was natürlich jeglichen individuellen Spielraum ermöglichte. Die Masken lasse man jedoch seit zehn Jahren herstellen, manchmal würden auch ältere Modelle modifiziert und recycelt. Mit einem Jahresbeitrag von 150 Franken, räumt selbst Florian Marrer ein, «sind wir recht günstig.»

Zumal auch noch Verpflegung an der Fasnacht damit möglich wird. «Die Schneiderin muss allerdings jedes von uns selbst bezahlen. Dazu die einmalige Anschaffung der sogenannten Kollektion, mit der wir unter dem Jahr auftreten.» Denn ganz ohne Guggengedröhn in den übrigen vier Jahreszeiten bleiben – das schaffen auch die Konfettistampfer nicht.

Aktuelle Nachrichten