Rote Lippen, rote Accessoires und das kleine Schwarze für alle Fälle – so zeigte sich die Solothurner Vokalgruppe The Ladybirds auf der Bühne des bis an den Rand gefüllten Konzertsaals. Doch die jungen Damen, die sich an der Kantonsschule Solothurn kennen gelernt haben, können weit mehr als sich chic kleiden. Sie haben prächtige Stimmen, die sich zu einem klangvollen Ganzen verschmelzen, und sie haben sich mit ihrer Liebe zum Jazz und Blues einem Musikstil verschrieben, den man nicht unbedingt unter ihresgleichen sucht.

Verschmitzt, keck und völlig unbekümmert nahmen sie das Publikum mit auf musikalische Höhenflüge, bei denen der eine oder andere hoffte, sie würden nie zu Ende gehen. Jede eine eigene Persönlichkeit blieben sie ihrem Wesen und ihrer unverkennbaren Stimme in jedem Augenblick treu. Stilistische Anleihen aus Jazz, Swing und Pop und berühmte Songtexte wie «You Make Me Feel Like a Natural Woman» oder Jazz-Kompositionen wie «Mercy, Mercy, Mercy» liess die Herzen zunehmend höher schlagen. Begleitet wurden Christine Weber, Angela Petiti, Petra Wydler und Sarah Jordi vom Trio Martin Albrecht (b) Sven Ryf (p), und Andy David (dr).

Ein eingespieltes Gespann

Unter der Leitung der beiden Letzten steht auch die Kanti-Big-Band, deren Repertoire sich ebenfalls von jazzigen Swing-Klassikern bis hin zu heissen Latin Rhythmen erstreckt und die das Publikum ebenso sehr zu begeistern vermochte.

Ihre Auftritte finden sowohl in Jazzclubs wie auch in Konzerthallen statt – denen der Konzertsaal mit seiner wunderbaren Akustik in nichts nachsteht. Seit langem sind die Kanti-Big-Band und die Ladybirds ein eingespieltes Gespann, was im traditionellen Neujahrskonzert der Stadt voll zum Tragen kam und für zusätzliche Highlights sorgte.

Da staunte Kurt Fluri

Über den jazzigen Jahresbeginn freute sich als Moderator auch Reto Sperisen, der mit den Worten, «schön, dass sich so viele junge Leute noch dem Jazz widmen», voll ins Schwarze traf. «Ich habe selten an einem Neujahrskonzert einen so vollen Konzertsaal gesehen», staunte Kurt Fluri über das grosse Interesse der Bevölkerung an diesem Neujahrskonzert.

Der Stadtpräsident blickte nochmals auf das vergangene, «wechselhafte» Jahr zurück, das vor allem wegen der Brandfälle in die Annalen eingehen werde. «Wir wurden daran erinnert, wie verwundbar die bauliche Infrastruktur in unserer Stadt ist.» Die aufgedeckten Mängel müssten nun analysiert und die Sicherheitsmassnahmen verstärkt werden.

Und der obligate Werbespot

Als «positive Entwicklung» nannte Fluri das Projekt «Weitblick», mit dem man vorankomme und die Sanierung des Stadtmistes, die ebenfalls Formen annehme. Vor allem plädierte Kurt Fluri aber für die Sanierung des Stadttheaters. «Ein Nein an der Urne wäre destruktiv und würde das Ende für eine mehrere hundert Jahre alte kulturelle Institution in der Stadt bedeuten.» Die Finanzlage der Stadt bezeichnete er als «gut» und zeigte sich zuversichtlich, dass auch in diesem Jahr ein positiver Abschluss vorgelegt werden könne.