40 Jahre Freunde des Stadttheaters. «Ich bin Mitglied, weil ich gerne ins Theater gehe und es gerne unterstütze, wie überhaupt Kultur», antwortet Heidi Bisang auf die Frage, warum sie Mitglied in diesem Verein sei. Ähnlich tönt es vom Ehepaar Barbara und Robert Flury: «Ich bin begeistert, wie viel mit den bescheidenen Mitteln auf die Bühne gestellt werden kann.

Sie machen am Theater eine super Arbeit.» «Es ist unterhaltsam und regt gleichzeitig zum Nachdenken an. Wir haben ein gutes Theater. Dazu kommt das soziale Element: Man trifft viele Leute an», ergänzt Robert Flury.

Lob von Remo Ankli

Den offiziellen Festakt moderierte die Schauspieldirektorin Katharina Rupp und zitierte gleich zu Beginn den bekannten Schlager «Ein Freund, ein guter Freund …» der Comedian Harmonists. Namens des Theaters dankte sie den Vereinsmitgliedern für ihre Treue und das private Mäzenatentum. Sie überbrachte auch die Grüsse von Intendant Dieter Kaegi, der krankheitshalber abwesend war.

Für die Theaterleute ist aber nicht nur die finanzielle Unterstützung wichtig, sondern es sind dies auch die vielen bereichernden Begegnungen im persönlichen Bereich. Landammann Remo Ankli nahm den musikalischen Hinweis auf und zitierte einen Vers aus einem Song des Films «Das Dschungelbuch». Freunde halten einen nicht nur in glücklichen Zeiten, sondern auch in dunkleren Zeiten die Treue. Er überbrachte den Dank der Regierung. «Das Stadttheater bleibt auch in Zukunft ein wichtiger Kulturträger der Region.»

«Ein kleines Wunder»

Bisherige Vereinspräsidenten und Theaterdirektoren konnte Stadtpräsident Kurt Fluri im Publikum ausmachen und speziell begrüssen. Er erinnerte daran, dass die Theaterehe der Städte Biel und Solothurn dieses Jahr 90 Jahre alt ist. «So ist denn das zwar kleinste professionelle Theater der Schweiz, gleichzeitig aber das einzige zweisprachige – ein kleines Wunder.» Er kam auch auf das symbiotische Verhältnis zwischen den Freunden und dem Theater zu sprechen. Die derzeitige Blütezeit des Vereins hängt auch von der Qualität des Theaters ab. «Wer will schon ein Theater unterstützen, dessen Ruf schlecht ist oder das gar keinen Ruf hat?»

Die sprachlose Katharina Rupp

Die Präsidentin des Vereins, Claudia Eng, skizzierte in aller Kürze die Vereinsgeschichte, und zwar in Form einer Inhaltsangabe eines Theaterstückes mit Prolog, fünf Akten und einem Epilog. In den 40 vergangenen Jahren hat der Verein das Theater mit insgesamt 735 523 Franken unterstützt. Zwar sei der Verein jetzt das Geburtstagskind, aber als solches habe es auch ein Geschenk in petto. Sie bat Madeleine Elmer auf die Bühne und diese übergab der Schauspieldirektorin einen Check in Höhe von 20 000 Franken als Beitrag für künftige Inszenierungen. Katharina Rupp konnte noch «Das ist ja wahnsinnig» stammeln und verstummte für eine Weile.

Doppelbödiger Humor

Die Überraschung war geglückt. Für eine weitere sorgte Teres Liechti aus Biel. Namens der sechs das Tobs unterstützenden Vereinigungen Biels überbrachte sie einen grossen, bunten Blumenstrauss. Sie stand an vorderster Front, als es um die Unterschriftensammlung für den Erhalt des Orchesters ging.

Das Geschenk des Theaters bestand darin, dass es den anwesenden Vereinsmitgliedern und Gästen das Zweipersonenstück «Before I speak I have something to say» darbot. Max Merker und Matthias Schoch unterhielten mit doppelbödigem Humor das Publikum bestens und ernteten verdienten, stürmischen Applaus. Und gut gelaunt fanden sich die Zuschauerinnen und Zuschauer zum von dieser Zeitung gestifteten Apéro ein.