Solothurn
Das Publikum sang freudig mit dem Mädchenchor mit

Der Solothurner Mädchenchor lud zum Weihnachtssingen in die reformierte Stadtkirche Solothurn. Die Leiterinnen Lea Scherer und Hannah Williman sprachen bewusst von «Weihnachtssingen»: Sie wollten das Publikum aktiv miteinbeziehen.

Gundi Klemm
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Mit «Feliz Navidad» und anderem Liedgut stiess der Mädchenchor auf grossen Anklang.Hansjörg Sahli

Mit «Feliz Navidad» und anderem Liedgut stiess der Mädchenchor auf grossen Anklang.Hansjörg Sahli

Bei drei bekannten Weihnachtsliedern des 14-teiligen Weihnachtssingens mischten sich die Stimmen des Publikums in der Stadtkirche mit denjenigen des aus Grundkurs-, Aufbau-, Favoritchor und Frauenensemble bestehenden Solothurner Mädchenchors. Mit der alten Melodie von Melchior Vulpius «Es ist ein Ros entsprungen», die in ihrem musikalischen Aufbau an weitverzweigte Rosenranken erinnert, hatten die Sängerinnen mit ihren klaren Stimmen die kleine Bühne unterhalb der Kanzel singend erreicht. Hier nun erklang das vertraute Prätorius-Lied gleichen Themas.

Kerzenlicht-Klänge

Dem folgte «Candlelight Carol» von John Rutter, das bekannte «Es ist für uns eine Zeit angekommen» (Wolfram Buchenberg) und das schwedischsprachige «Underbar en stjärna blid» von Albert Runbäck mit eingefügtem Solo. «Bethlehem, du kleine Stadt» von David Willcocks bot sich wieder zum gemeinsamen Singen an. Das nachfolgende «Carol of the bells» (Mykola Leontovich) liess in seinem stimmlichen Aufbau wirklich an weihnachtliches Glockengeläute denken.

Engelhafter Auftritt

Danach eroberten neun kleine weissbekleidete Engel die Kanzel und begleiteten optisch den schön phrasierten Vortrag zu schneereicher «Winterpracht» (Hans-Jürgen Bareiss) durch 13 Sängerinnen des Frauenensembles. Das Martin Luther-Lied «Vom Himmel hoch» sang die Nachwuchsgruppe dann im Wechsel mit allen Besuchern und fügte gleich das aus dem solothurnischen Grindel stammende «Ufem Fäld i der Nacht» an.

Von der Orgelempore herab entfaltete das klassisch komponierte «Laudate Pueri» von Felix Mendelssohn mit den Stimmen von Favorit- und Frauenchor eine geradezu wunderbare Wirkung. In seiner exakten Rhythmik ansprechend gefiel das auch anschliessend nochmals als Zugabe gebotene «Alleluja» von Douglas Brenchley, das Lea Scherer neu für die Chorstimmen arrangiert hatte.

Von Herzen genossen

Vom bekannten und häufig aufgeführten 56-jährigen Komponisten Lorenz Maierhofer erklang das heitere «Feliz Navidad». Mit ihrer Aufstellung rund um die mittleren Sitzreihen gelang danach allen Sängerinnen ein besonders gefälliger Vortrag von «Nun freuet Euch alle», im Wechsel wieder ergänzt durch die Stimmen ihrer vielen anwesenden Angehörigen und weiterer Musikliebhaber, die ein solch festliches Sing-Ereignis vor Weihnachten von Herzen genossen haben.

Raumfüllend und fein

Die Orgel, die der aus Therwil stammende 29-jährige Johannes Fankhauser geradezu virtuos spielte, umrahmte als fein dosierte Begleitung die mehrstimmigen Darbietungen, als motivische Ueberleitung von Lied zu Lied sowie mit raumfüllend eigenständigen Zwischenspielen dieses fröhlich stimmende musikalische Erlebnis.

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